Autozulassung mit und ohne Deckungskarte 

Früher war sie Standard: Bevor man ein Auto zulassen konnte, brauchte man als Nachweis der Haftpflichtversicherung die sogenannte Doppelkarte oder Deckungskarte. Doch fast seit zwei Jahren hat man das alte Relikt der Offline-Verwaltung durch neuere Online-Möglichkeiten ersetzt.

Heute wird statt der Deckungskarte meist eine elektronische Versicherungsbestätigung (siebenstellige Ziffernfolge) eingesetzt.

Man hat erwartet, dass dadurch der Vorgang der Autozulassung vereinfacht würde. Hierzu sind die Meinungen geteilt, es wird zwar davon ausgegangen, dass das neue Verfahren im logischen Trend der zunehmenden Datenvernetzung liegt, doch sensationelle Verkürzungen der Abläufe bei der umständlichen Autoanmeldung hat noch niemand beobachten können.

Früher musste man zu seiner Versicherung, um sich die Deckungskarte für das neue Auto ausstellen zu lassen. Auch heute muss man zur Versicherung, bekommt aber keine Deckungskarte, sondern eine Versicherungsbestätigung mit siebenstelliger Zahlenfolge, die man dann der Zulassungsstelle vorlegt.

Hier muss der Sachbearbeiter durch Eingabe der Nummer im direkten Online-Verbund mit den Datenbanken der Versicherung prüfen, ob denn eine Haftpflichtversicherung für das Auto vorliegt. Möglicherweise spart man hier als Verbraucher etwas Zeit ein, denn je nach Versicherung kann man den Ersatz für die Deckungskarte auch Online oder mittels SMS anfordern.

Hier liegt aber nicht der Vorteil für den Zulassungsprozess, sondern erst im weiteren Verfahrensablauf, wenn nicht wie früher immer wieder auf die Deckungskarte zurückgegriffen werden muss. Die Deckungskarte muss nicht wie früher über verschiedene Stationen weitergeleitet werden, sondern es muss nur einmal am Anfang der Zulassung die Richtigkeit der Ziffernfolge geprüft werden. Damit entfällt für die Verwaltung Arbeitsaufwand, ohne dass dies für die Zulassung einen kürzeren Warteprozess ermöglichen würde. Denn auch die Richtigkeit und Vollständigkeit der weiteren Unterlagen muss wie früher geprüft werden.

Der Wegfall der Deckungskarte ist nur der erste Baustein zum Ziel einer kompletten elektronischen Zulassung, wie sie bereits im Ausland praktiziert wird. Doch Experten gehen davon aus, dass Deutschland hier noch länger brauchen wird, zumal beim Ummeldung eines Fahrzeuges wegen der regional unterschiedlichen Nummerierung von Autoschildern in Deutschland oft manuelle Eingriffe notwendig werden, wenn ein Gebrauchtwagen verkauft wird.

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