Ankaufswert, Anschaffungswert und Wiederverkaufswert

Drei Größen tauchen im Zusammenhang mit dem Auto-Leasing immer wieder auf: Ankaufswert, Anschaffungswert und Wiederverkaufswert. Es folgt eine kurze Erklärung der Begriffe.

Anschaffungskosten
Die ‚Anschaffungskosten‘ stehen am Anfang eines Leasing-Vertrags. Mit ihnen sind sämtliche Kosten gemeint, die in den Leasing-Vertrag einfließen. Die Anschaffungskosten sind also die Basis (die Berechnungsgrundlage), auf der die Leasing-Raten kalkuliert werden. Zugleich legen sie auch die Größe fest, mit der das Auto beim Leasing-Geber bilanziert wird.

Ankaufpreis
Der ‚Ankaufpreis‘ kommt dagegen am Ende der Vertragslaufzeit zum Tragen, wenn der Leasing-Geber (zumeist der Autohändler) das Fahrzeug wieder zurücknimmt. Der Ankaufspreis ist der Restbuchwert - also das, was das geleaste Fahrzeug laut Abschreibung noch wert ist. Soll das Fahrzeug vor Ende der Vertragslaufzeit zurückgenommen werden, entspricht der Ankaufspreis den noch ausstehenden Leasing-Raten.

Wiederverkaufswert
Am Ende eines Leasing-Vertrags kann der Leasing-Nehmer unter Umständen selbst entscheiden, ob er das Fahrzeug behalten oder weiterverkaufen möchte. Dann stellt sich die Frage, was das Fahrzeug noch wert ist, genauer: was andere bereit sind, für das Fahrzeug zu bezahlen. Es geht darum, den ‚Wiederverkaufswert‘ des Autos zu bestimmen. Ein paar Anmerkungen.

Der Wert einer Ware verändert sich im Laufe ihres Lebens. Das muss nicht unbedingt negativ sein: Wie wertvoll eine Ware ist, orientiert sich an dem Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage. Ist die Nachfrage gering, das Angebot aber groß, sinkt der Wert und umgekehrt: Wenn viele an einem Produkt interessiert sind, das es nur selten gibt, steigt der Preis. Ob die Ware noch gut erhalten ist, spielt dann oft eine nur nachgeordnete Rolle: Das große Interesse lässt leichter über Mängel hinwegsehen.

Halten sich Angebot und Nachfrage in etwa die Waage, sieht das schon wieder anders aus. In solch einem Fall sind die Kaufinteressenten in aller Regel bereit, gutes Geld nur gegen gute, sprich: einwandfreie Ware zu zahlen. Zwei Beispiele.

Beide erfolgreich - aber unterschiedlich wertvoll

  • Eines der erfolgreichsten Automodelle ist der VW Golf. Erfolgreich bedeutet: Dieses Modell hat Volkswagen am meisten verkauft - häufiger noch als den Käfer! Wer die Gebrauchtwagenseiten der Tageszeitung aufschlägt, sieht, wie sich das auf den Preis auswirkt: Das Angebot ist riesig - Fahranfänger, die ein günstiges Auto suchen, werden hier genauso fündig wie der an einem zuverlässigen und gepflegten Mittelklassewagen interessierte Autokäufer.
  • Eines der erfolgreichsten Modelle des Automobilherstellers Citroen ist der 2 CV, liebevoll Ente genannt. In vier Jahrzehnten wurde die Ente fast viermillionenmal verkauft - und das, obwohl sie ein äußerst spartanisches Fahrzeug war. Die ‚Ente‘ gab es also verhältnismäßig oft - was aber dem Wert des Fahrzeugs über die Jahrzehnte nicht schadete. Im Gegenteil! Gut erhaltene Enten verkaufen sich heute für ein Vielfaches des Originalpreises! All das nur, weil dem Fahrzeug ein gewisser Nimbus anhaftet von Freiheit und Unbekümmertheit. Zurück zum Thema, dem Wiederverkaufswert.

 

Zusammenfassung
Es lässt sich zum Zeitpunkt eines Kaufs nur selten einschätzen, welchen Wert die Ware in der Zukunft besitzen wird. Darauf zu setzen, dass sie mit den Jahren wertvoller wird (siehe 2 CV), rückt die Überlegungen in den Bereich der Spekulation.

Zusammengefasst kann man sagen: Der Wiederverkaufswert bezeichnet das, was Interessenten bereit sind, für eine Ware zu bezahlen. Diese Bereitschaft wird ganz wesentlich bestimmt durch Menge und Güte (den Zustand) der angebotenen Ware.

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