Mehrheit der deutschen Nutzfahrzeughändler zeigt sich zuversichtlich

Ein zuversichtlicher Ausblick und stabile Margen stimmen Deutschlands Nutzfahrzeughändler zufrieden. Markenhändler erzielen die höheren Margen sowie kürzere Standzeiten. Freie Händler verkaufen dafür im Durchschnitt mehr Fahrzeuge und sind häufig auch im Exportgeschäft engagiert.

Wirtschaftsmedien berichten regelmäßig und gerne über die Entwicklung des Automarktes in Deutschland. Allerdings ist er längst nicht der einzige Fahrzeugmarkt - auch der Handel mit Nutzfahrzeugen ist in der BRD stark ausgeprägt. In vielerlei Hinsicht ist er sogar der interessantere Markt, der fast ausschließlich von Unternehmen beeinflusst wird und somit besser Auskunft über den kommerziellen Wirtschaftssektor gibt.

Aussagekräftige Daten zum Markt liefert das Autoscout24 Trucks-Konjunkturbarometer. Die aktuellen Daten informieren darüber, wie es den deutschen Nutzfahrzeughändlern geht bzw. wie sie die letzten sechs Monate bewerten und außerdem in die Zukunft blicken. Ein wesentliches Merkmal des Autoscout24 Trucks-Konjunkturbarometers besteht darin, dass stets zwischen freien Händlern und Markenhändlern unterschieden wird.

Rückblick auf das vergangene Halbjahr

Im Großen und Ganzen sind Nutzfahrzeughändler mit den vergangenen sechs Monaten zufrieden. Knapp die Hälfte aller Händler gab an, zufrieden zu sein. Vier Prozent der freien Händler sowie fünf Prozent der Markenhändler gaben sogar an, sehr zufrieden zu sein. Allerdings gibt es auch Ausnahmen: Rund ein Drittel aller Händler ist unzufrieden.

Entscheidend im Handel mit Nutzfahrzeugen ist die erzielte Marge. Hier ist die Situation ganz ähnlich, wie bei der generellen Bewertung der vergangenen sechs Monate. 44 Prozent der Markenhändler sind mit ihrer Marge zufrieden, 4 Prozent sogar sehr zufrieden. Bei den freien Händlern ist der Anteil deutlich kleiner, nur 35 Prozent sind zufrieden und lediglich 3 Prozent sehr zufrieden.

Eine hohe Bedeutung kommt außerdem der Auftragslage zu. Diese bezieht sich keinesfalls nur auf den bloßen Handel mit Nutzfahrzeugen, sondern schließt außerdem das Servicegeschäft mit ein. Im Durchschnitt gaben 52 Prozent der befragten Händler an, mit der Auftragslage zufrieden zu sein, fünf Prozent sind sogar sehr zufrieden. 18 Prozent der Nutzfahrzeughändler sind hingegen nicht zufrieden, 3 Prozent sogar unzufrieden.

Geschäftsentwicklung im Detail

Eine entscheidende Kennzahl im Handel mit gebrauchten Fahrzeugen ist die Standzeit. Sie gibt an, wie lange ein Fahrzeug beim Händler verweilt, bis es einen neuen Käufer findet. Im Durchschnitt liegt die Standzeit bei 74 Tagen. Allerdings stehen die Fahrzeuge bei den kleinen Händlern (81 Tage) länger als bei den großen Händlern (63 Tage).

Laut dem Autoscout24 Trucks-Konjunkturbarometer verkaufte ein Nutzfahrzeughändler in den vergangenen sechs Monaten im Durchschnitt 68 Fahrzeuge. Allerdings sind die freien Händler stärker, denn sie kommen im Durchschnitt auf 74 Fahrzeuge, die Markenhändler hingegen nur auf 62 Fahrzeuge.

 

Das größte Wachstum konnten Händler bei den Sattelzugmaschinen erzielen, das Wachstum im Vergleich zum Vorjahreszeitraum beläuft sich auf 21 Prozent.
An zweiter Stelle landen Transporter, deren Absatz um 15 Prozent gestiegen ist.

Wirtschaftlicher Ausblick auf den Nutzfahrzeugmarkt

Hinsichtlich der Einschätzung des künftigen Geschäfts zeigen sich die meisten Händler zuversichtlich. Rund die Hälfte der Betriebe erwartet keine großen Veränderungen, generell wird von einem stabilen Geschäft ausgegangen – und 21 Prozent rechnen sogar mit einem Wachstum. Mit einem rückläufigen Geschäft rechnen hingegen 22 Prozent der Händler.

Bei den Einschätzungen der Margen, die in Zukunft erzielt werden, ist die Situation ganz ähnlich. Die meisten Händler gehen von stabilen Margen aus. Im Feld derer, die mit rückläufigen Margen rechnen, sind allerdings deutlich mehr freie Händler vertreten. 31 Prozent der freien Händler gehen von rückläufigen Margen aus, bei den Markenhändlern sind es lediglich 22 Prozent.

Bedeutung des Exportmarktes

Für zahlreiche Nutzfahrzeughändler spielt der Export eine ungemein wichtige Rolle. Die Händler, die ins Ausland verkaufen, haben im Durchschnitt 39 Prozent ihrer Fahrzeuge exportiert. Die größten Abnehmer befinden sich allesamt in Osteuropa.

Es sind vorrangig freie Händler und große Händler, die ihre Nutzfahrzeuge auch in das Ausland verkaufen. Allerdings tun sie sich hierbei nicht immer leicht. Als größte Hürde wurde auf den Zoll verwiesen, anschließend folgen Bürokratie und Formalitäten.
 

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