Unfallfrei lohnt: Schadenfreiheitsklassen in der Kfz-Versicherung

Die Kfz-Versicherung wird in drei Bereiche unterteilt: Vollkasko, Haftpflicht und Teilkasko. Die Höhe der zu zahlenden Prämie ermittelt sich dabei aus mehreren Faktoren. Einer der Faktoren ist die ‚Schadensfreiheitsklasse‘.

Die Schadensfreiheitsklasse (SF-Klasse) bezeichnet den Zeitraum, in dem eine Versicherung frei war von Schadensmeldungen. Für diesen von Schaden freien Zeitraum räumt der Versicherer (die Versicherung) einen Preisnachlass ein: den Schadenfreiheitsrabatt (abgekürzt SF-Rabatt). Je länger dieser Zeitraum ist, desto höher fällt der Rabatt aus, den die Versicherung auf die Grundprämie gewährt – und desto niedriger ist die Prämie, die der Versicherte bezahlen muss. Der Schadenfreiheitsrabatt wird nur für Vollkasko und Haftpflicht eingeräumt.

Bei Fahranfängern gibt es einen solchen schadensfreien Zeitraum (noch) nicht; ihre Versicherungsprämie ist demzufolge am höchsten. Fahranfänger steigen deshalb mit der höchsten SF-Klasse ein: der SF-Klasse 0. Die niedrigste Versicherungsprämie gibt es in Schadenfreiheitsklasse 25.

Nach einem Jahr unfallfreier Versicherung erfolgt die Höherstufung. (‚Höherstufung‘ heißt in diesem Fall: in eine günstigere Klasse.) Ein Unfall während des laufenden Versicherungsjahres hingegen führt zur Rückstufung in eine ‚schlechtere‘, sprich: teurere Schadensfreiheitsklasse. Dies geschieht nicht sofort, also zum Zeitpunkt des Unfalls, sondern erst dann, wenn die nächste Jahresprämie für die Versicherung bezahlt werden muss. Wird also die Prämie jeweils zum 1. März fällig und der Unfall geschieht am 2. März, bleibt der Versicherte noch ein Jahr in der günstigeren Schadenfreiheitsklasse und genießt den entsprechend höheren Rabatt.

Dann aber, mit Beginn des nächsten Versicherungsjahres ist es so weit: Weil die Versicherung einen Schaden regulieren, also bezahlen musste, wird dem Versicherten wird eine bestimmte Anzahl an schadenfreien Jahren aberkannt. Wie viel Jahre genau verloren gehen, steht in den jeweiligen Tarifbestimmungen. Ab der SF-Klasse 25 gelangt man bei manchen Versicherungen in die sogenannten Rabattretter (im Volksmund ‚Freischuss‘ genannt): Sie bieten zwar keine Rückstufung an, dafür aber bleibt die Prämienhöhe gleich.

Überlegt handeln
Aus dieser Situation ergibt sich eine interessante Überlegung. Es stellt sich nämlich die Frage, ob es sich in jedem Fall lohnt, den Schaden durch die Versicherung regeln zu lassen. Eine Faustregel besagt: Schäden in Höhe von 500 bis 600 Euro bezahlt man besser aus der eigenen Tasche und erhält sich somit den eigenen Schadenfreiheitsrabatt. Genauere Auskünfte erteilen hier die Versicherungen. 

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