4.3 Hamburger Hafen - Konkurrenz

Hamburg steht hauptsächlich in Konkurrenz zu den Häfen Rotterdam, Antwerpen und dem im Bau befindlichen Jadeweserport.

4.3.1 Rotterdam

Rotterdam hat den größten Hafen Europas. In der aktuellen Krise verzeichnet Rotterdam für 2009 „nur" einen Rückgang von 8,5 Prozent gegenüber 2008 im Gesamtumschlag und z.B. Hamburg von ca. 30% (vgl. Abschnitt 4.1). Der Rückgang wurde vor allem durch den stark gestiegenen Umschlag von Mineralölprodukten und Abwerbung von Feederverkehr abgefedert. Während für Hamburg der Containerumschlag das wichtigste Segment ist, werden in Rotterdam zu einem Großteil flüssige Massengüter - Rohöl, Mineralölprodukte und flüssige Chemikalien - umgeschlagen. Beim Containerumschlag verlor Rotterdam rund zehn Prozent (Hamburger Abendblatt, 2010).

Rotterdam steht zu Hamburg in einer starken Konkurrenz und konnte auch durch Absenken der Hafenpreise bereits 2009 erste Schiffsverkehre von der Elbe abwerben, wie Hans Smits, Chef der Rotterdam Port Authority, bekräftigt: „Die großen Reedereien haben aufgrund des Kostendrucks in der Krise größere Schiffe eingesetzt und Linien konzentriert. Infolgedessen wurden einige Linien- und Zubringerdienste von Hamburg nach Rotterdam verlagert" (Preuß, 2010). Zudem profitiert Rotterdam von den hohen Preisen für eine Durchfahrt des Nord-Ostsee-Kanals, die bei der Nutzung des Hafens entfallen. Ein weiterer nicht unwesentlicher Faktor sind die Firmenbeteiligungen an den Terminals. Während in Rotterdam große Reedereien am Containerumschlag beteiligt sind, fehlt den Reedern in Hamburg dieser Einfluss und damit auch der Anreiz, den aktuellen Standort zu halten. Dieses Konzept hat sich in Rotterdam bewährt (Preuß, 2010). Desweiteren erweitert Rotterdam bis 2013 seinen Hafen an der Mündung der Maas um 20 Quadratkilometer, einer Fläche, die etwa einem Viertel des Hamburger Hafengebiets entspricht (Preuß & Zamponi, 2009).


4.3.2 Antwerpen

Antwerpen konnte sich 2009 als zweitgrößter Containerhafen in Europa positionieren und somit Hamburg überholen. Auch die Einbußen Antwerpens mit 16,7 Prozent erreichen in der Krise nicht die Einbußen von Hamburg. Antwerpen kann bereits heute von Großcontainerschiffen mit mehr als 10.000 TEU angelaufen werden, eine weitere Vertiefung der Schelde-Fahrrinne ist geplant.


4.3.3 Jadeweserport

Der JadeWeserPort wird momentan in Wilhelmshaven am Jadefahrwasser von den Ländern Bremen und Niedersachsen als Containerterminal gebaut. Er soll als Tiefwasserhafen Deutschlands tideunabhängig auch die größten Containerschiffe voll beladen abfertigen können. Die Fertigstellung ist für 2011 geplant. Die geplante Fahrwasseranpassung der Außenweser sowie der Unterelbe wird zukünftig auch das Anlaufen großer Schiffe in Hamburg erleichtern. Der zu erwartende Gesamtumschlag ist im Vergleich zu Hamburger Hafen eher klein: Die Kapazität vom CT Burchardkai entspricht mit 2,6 Mio. TEU fast der Gesamtkapazität von Jadeweserport (Meyer, 2008).
Der JadeWeserPort positioniert sich 2011 bereits für Containerschiffe mit mehr als 14 m Tiefgang. Falls zu dieser Zeit die geplante Elbvertiefung für Hamburg noch nicht abgeschlossen ist stellt dieser trotz vergleichsweise kleinem Umschlagsvolumen eine ernstzunehmende Konkurrenz dar, die u.a. auch das Abwandern von Reedereien zur Folgen haben könnte (Großweischede, 2007).

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