Leitzins-Entwicklung: Was geschieht, wenn Leitzinsen gesenkt werden?  

Fast pünktlich zum Beginn des neuen Jahres hat der Rat der Europäischen Zentralbanken am 15.01. die Leitzinsen für den Euroraum auf historisch tiefe 2% gesenkt. Banken können sich demnach günstigere Kredite bei den Zentralbanken leihen.

Die Senkung soll den Kapitalfluss wieder in eine Strömung verwandeln und vor allem Geld für mittelständische Unternehmen und Konsumenten freisetzen. Dass der Referenzzinssatz auch bei der nächsten Sitzung Anfang Februar nicht steigen wird, ist allgemeine Erwartung seitens der Wirtschaftswelt. Dabei haben nicht nur die EZB, sondern auch die FED, Bank of England und andere Zentralbanken den Leitzins für ihren entsprechenden Währungsraum in den letzten Wochen und Monaten gesenkt, um Banken zu ermutigen Kredite bei den obersten Finanzinstituten aufzunehmen, dadurch über eine bessere Bonität zu verfügen und sich letztendlich auch untereinander wieder Geld zu leihen, ohne dabei horrende Zinssätze und Risikoaufschläge zu verlangen, die letztendlich dann in Form hoher Darlehens- oder niedriger Guthabenszinsen an die Endverbraucher weitergegeben werden. Dass Geld jedoch künstlich so drastisch verbilligt wird, ruft auch Kritiker auf den Plan, die aufgrund großer Kapitalmengen eine Geldentwertung nahen sehen. Dennoch benötigen die Banken diese günstigen Kurzfristkredite, um sich gerade und vor allem in Zeiten von versiegenden Kapitalströmen wieder refinanzieren zu können, Insofern soll die Leitzinssenkung auch den Verschluss der Kapitalbecken entstopfen helfen, so dass der Geldfluss wieder in Bewegung gerät. So steuern die Zentralbanken also dem gegenwärtigen Trend von teurem Geld durch die Senkung der Leitzinsen und dadurch Schaffung billigen Geldes entgegen in der Hoffnung, das Signal werde auch als Startschuss verstanden, Unternehmenskapital wieder von der Leine zu lassen.

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