Was bringen Bankenfusionen für den Kunden?

Die jüngste Fusion zwischen Commerzbank und Dresdner Bank hat gezeigt, dass auch vor der Finanzkrise das Bedürfnis der Banken groß ist, sich neue Segmente anhand von Zukäufen sichern zu können oder aber durch den kauf einer Bank entsprechende Konkurrenz in bestimmten Bereichen aus dem Weg zu schaffen.

Sei es der Investmentbereich oder auch das Immobilien- und Privatkundengeschäft: Es scheint für Banken günstiger zu sein, sich Anteile und Mehrheiten an Konkurrenten zu erkaufen, als sich diese Märkte durch teure Marketingmaßnahmen erstreiten zu müssen. Der Vorteil für Kunden mag darin liegen, dass trotz zahlreicher Fusionen gar von Landesbanken die Auswahl zumindest mit Hinblick auf Standard-Produkte wie Girokonto, Tages- und Festgeld, etc., immer noch immens ist, nicht zuletzt auch dank der vielen Direktbanken und Online-Broker. Weiterhin kann der Kunde auf mehr Effizienz seiner Gebühren und langfristige Ersparnis bzw. zukünftig gute Angebote für Anlagen und Kredite erhoffen, sobald durch die Fusion auch ein entsprechender Synergieeffekt und Konsolidierung eingetreten ist. Nachteilig wirken sich Fusionen von Banken sicherlich auf einen Teil der Belegschaft aus. Sei es die Fusion von Teilen der Postbank mit der Deutschen Bank oder eben der Verkauf des Allianz-Konzerns vom Investmentbankhaus Dresdner Kleinwort an die Commerzbank: Überall entstehen Doppelbelegungen bestimmter Positionen im Front- und Backoffice, die nicht immer mit Versetzungen aufgelöst werden können. Somit sind betriebsbedingte Kündigungen nicht selten das Resultat dieser Fusionen. Angebote auf Vertragsauflösung bzw. Abfindungen können dies nur abfedern, nicht aber ungeschehen machen.
Während in der Privatwirtschaft Fusionen mit der Angst um Arbeitsplatzverluste einhergehen, sehen Verbraucher den Zusammenschluss von Landesbanken vor allem unter dem Gesichtspunkt einer effektiveren Verwendung öffentlicher Gelder.

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