Henna-Tattoos: Eine Körperbemalung im Trend 

Kunstvolle ornamentale Bemalungen mit Henna (auch Mehndi genannt) wurden bereits im Alten Ägypten angewendet. Andere Quellen gehen von einem Ursprung in Persien aus. In Ländern wie Indien, Persien, Marokko und Sudan wird das Henna-Tattoo auch heute noch als Ritual benutzt.

So wird beispielsweise die Braut im Sudan zur Hochzeit an den Händen und Füßen bemalt. Oftmals wird bei ihr der Name des Bräutigams mit eingearbeitet. Diesen gilt es dann, in der Hochzeitsnacht zu finden. Der erste Punkt der Bemalung muss übrigens von der Schwiegermutter aufgetragen werden. Damit gibt sie ihren Segen für die Ehe.
Stars wie Madonna machten das Henna-Tattoo in den 90er Jahren salonfähig. Allerdings ging es dabei weniger um rituelle Hintergründe, als vielmehr um die "mystische Verschönerung" des eigenen Körpers.

Die Bedeutung der Symbole

Alle Symbole haben eine bestimmte Bedeutung. In der Regel sollen sie dem „Träger" Glück und Gesundheit schenken. Je nach Land, kommen oftmals religiöse Motive hinzu. Bei uns sind derzeit feine Linien, florale Malereien und Paisleymuster im Trend. Auch keltische Motive haben Einzug gehalten. Da diese aber in ihrem Ursprung farbenfroher waren, kommen hierbei noch weitere abwaschbare Farben wie zum Beispiel Textilfarben zum Einsatz.

Hennapulver

Die Hauptanbaugebiete der Hennapflanze befinden sich heute in Nordafrika, im mittleren Osten, Indien und Pakistan. Das Pulver entsteht durch das Pulverisieren von getrockneten Blättern. Aus den Blüten werden Balsame und Öle für Parfüms hergestellt.
Der in der Hennapflanze enthaltene Farbstoff heißt Lawsone. Trägt man ihn als Paste auf die Haut auf, geht er eine Verbindung mit den Bestandteilen der obersten Hautschicht ein. Wird die Hennapaste entfernt, bleibt ein heller Orangeton übrig, der sich innerhalb mehrerer Stunden in eine Braunfärbung verwandelt. Dabei gibt es ein Farbspektrum, das von einem hellen Orange bis zu einem tiefen Dunkelrot reicht.
Wie intensiv die Farbe letztlich wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. So spielen Hauttyp, pH-Wert des Wassers, die Einwirkungszeit und Zusätze in der Paste eine Rolle. Das beste Ergebnis wird bei der Verwendung von frischem Hennapulver erzielt.

Haltbarkeit

Im Gegensatz zur Tätowierung ist eine Bemalung mit Henna nur begrenzt haltbar.
Für den Hausgebrauch empfiehlt sich Hennapaste aus der Tube, da sie sich leichter auftragen lässt. Eine Bemalung hält etwa ein bis drei Wochen - je nach Beanspruchung wie zum Beispiel durch das Duschen und Baden. Professionell aufgetragene Tattoos halten bis zu sechs Wochen. Allerdings muss viel Geduld mitgebracht werden, denn je nach Größe und Aufwand des Motivs kann die „Malerei" bis zu vier Stunden dauern.

Risiko

Generell ist das Bemalen mit Henna unbedenklich. Allerdings ist auf die Farbe zu achten. Von Natur aus gibt es nur rotbraune Farbnuancen mit einer langen Einwirkzeit. Bei schwarzer Farbe mit einer kurzen Einwirkzeit ist jedoch Vorsicht geboten - einer der Inhaltsstoffe ist dann wahrscheinlich das Haarfärbemittel PPD (p-Phenylendiamin). Dieses kann schwere allergische Reaktionen verursachen, die irreparable Haut- und Leberschäden zur Folge haben. Gesetzlich erlaubt sind in Europa bis zu sechs Prozent PPD in Hennafarben. Vor allem im Ausland wie etwa Marokko oder Tunesien findet man oft Hennapasten mit einem noch höheren Anteil.

Beste Artikel in Michelle Bock
  • 16.07.2009 (1 Stimmen) Michelle Bock

    Familie & Kind, Gesundheit

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