Die Deflations-Gefahr und Konsequenzen für die private Geldanlage

Nachdem vor kurzen noch das Schreckgespenst der Inflation die Runde machte, spricht man jetzt in Zeiten der Krise eher von einer Deflation. Träte diese tatsächlich ein, dann wäre das ein Novum in der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Deflation bedeutet, dass die Preise sinken. Der Preisindex wird auf Basis verschiedener Warenkörbe bestimmt, die eine Vielzahl von Produkten und Dienstleistungen enthalten. Dieser Index ist gewichtet nach der Bedeutung von einzelnen Waren- und Dienstleistungsgruppen und gemäß dem Verbraucher-Konsumverhalten ist der Anteil der Kosten für Wohnung und Energie-Versorgung relativ hoch. Eine Deflation würde also bedeuten, dass hier die Kosten effektiv heruntergehen. Während dies mittelfristig bei der Energieversorgung gut vorstellbar ist (schließlich waren das die Preistreiber der vergangenen Jahre) kann man sich das für die Nettomiete weniger gut vorstellen.

Deflation würde bedeuten, dass die Geldanlagen tendenziell mehr Wert bekämen. Denn man kann sich ja für das gleiche Geld mehr Waren oder Dienstleistungen kaufen. Allerdings könnte die Erwartung, dass dieser Wertzuwachs von Jahr zu Jahr steigt, auch zu einer starken Zurückhaltung beim Konsum führen. Schließlich will man ja kein Geld ausgeben, wenn man etwas später noch etwas mehr an Waren oder Dienstleistungen bekommen könnte. Allerdings kann man damit rechnen, dass es irgendwann zur Trendumkehr kommt und dass dann neben Zinssteigerungen und Einkommenserhöhungen es auch wieder zu einem zunächst leichten Anstieg der Inflation kommen könnte.

Daraus folgt für den Geldanleger, dass er seine Anlagen auf relativ schnell verfügbare Anlagen mit einigermaßen guter Zinsausstattung konzentrieren sollte. Sofern also noch Tagesgeldkonten mit einer gewissen Verzinsung verfügbar sind, bleibt einem eine hohe Flexibilität zur schnellen Umschichtung - und einen doppelten Gewinn: durch die Deflation und durch die Zinszahlungen. Auch Bundesschatzbriefe haben hier ihren Reiz, denn bei diesen kann man nach einem Jahr der Festlegung jeden Monat 5.000 Euro in eine beliebige andere Anlageform überführen oder für Anschaffungen einsetzen. Bundesschatzbriefe hätten auch den Vorteil, dass man bei einem Top-Schuldner eine Geldanlage platziert hätte.

 

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