Entschädigungen bei Verspätungen der Bahn

Bahnreisende werden nun nach endgültiger Beschlussfassung durch den Deutschen Bundesrat bei Verspätungen merkbar entschädigt. Bei einer Verspätung von mehr als einer Stunde erhält der Bahnfahrer ein Viertel der Kosten für sein Bahnticket erstattet.

Kommt es sogar zu zwei Stunden oder mehr Verspätung, dann bekommt man die Hälfte der Ticketkosten zurück. Diese Beträge können auf Wunsch des Fahrgastes sogar in bar erstattet werden, allerdings nur, wenn mehr als vier Euro Erstattungsbetrag zu zahlen sind.

Die Bundesländer wollten eigentlich noch mehr für die Bahnkunden bei Verspätungen durchsetzen, doch nach eingehenden Beratungen zwischen Bundesrat und Bundestag ist im Mai diese Neuregelung zustande gekommen.

Neu ist auch, dass die Bahn nun die Kosten für die Übernachtung in einen Hotel übernehmen muss, wenn diese Übernachtung die Folge des Ausfalls einer Zugverbindung oder einer Verspätung ist. Im Nahverkehr (Fahrten bis 50 KM) müssen von der Bahn auch die Kosten für ein Taxi übernommen werden, wenn durch eine Verspätung die letzte Bahn zum Zielort weg ist. Dies gilt aber nur für die Zeit zwischen null und fünf Uhr. Der Höchstbetrag einer Taxigelderstattung ist auch auf 80 Euro begrenzt.

Für die Praxis relevanter dürften die Umsteigemöglichkeiten in "höhere Züge" sein, wenn eine Verspätung von mehr als 20 Minuten erkennbar wird. Dann darf der Reisende, der nur die Regionalbahn bezahlt hat, ohne Aufpreis einen "besseren Zug" wie IC oder ICE nehmen, um den Zielort zu erreichen, der in seinem Ticket steht. Das gilt aber nicht auf reservierungspflichtigen Zügen wie ICE Sprinter oder City Nightline.

Alternativ hat der Reisende bei erkennbaren Verspätungen von mehr als einer Stunde auch ein Rücktrittrecht. Der Reisende bekommt auf seinen Wunsch hin den vollen Fahrpreis erstattet oder darf ohne weitere Kosten eine andere Strecke zu seinen Ziel wählen.

 

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