Handwerksleistungen in der Steuererklärung geltend machen

Bisher wenig beachtet bei der Einkommenssteuererklärung ist die Möglichkeit, Handwerksleistungen teilweise vom Finanzamt erstattet zu bekommen. Durch einen sogenannten "Schutzschirm für Arbeitsplätze" will die Bundesregierung im Rahmen des 2. Konjunkturprogramms dies sogar noch ausweiten.

Normalerweise können private Ausgaben wie Wohnungsrenovierungen oder Badmodernisierung nicht steuermindernd eingesetzt werden. Dies hat auch viele Anbieter von Handwerksleistungen zur sehr bekannten Frage motiviert: "Brauchen Sie denn eine Rechnung?". Die Antwort war häufig ein Nein, obwohl dies für den Auftraggeber noch viele Probleme einbringen konnte.

Deshalb kam man bei Finanzministerium schon vor ein paar Jahren auf die Idee, Motivationen zur Rechnungserstellung zu schaffen. Man schuf eine Lösung bei der 20% der Handwerksleistungen (bis zu einen Höchstbetrag von 3.000 Euro) von der privaten Steuerschuld abgesetzt werden können.

Folgendes Beispiel bringt hierzu der Bundesfinanzminister:

Ein Badezimmer muss neu gefliest werden. Die Rechnung des Fliesenlegers beträgt 2.500 Euro plus Mehrwertsteuer. Davon belaufen sich Kosten für das Material auf 1.000 Euro, 1.500 Euro sind also die Kosten der Handwerksleistung - mit Mehrwerteuer also 1.785 Euro. Davon dürfen dann 20% also 357 Euro in der nächsten Steuererklärung geltend gemacht werden. Dieser Betrag mindert direkt die Steuerschuld. Hier gibt es also eine Einsparmöglichkeit, die mit einem gewissen Zeitverzug wirksam wird.

Was aber wichtig und zu beachten ist:

  • Die Rechnung des Handwerkers muss klar zwischen den Arbeitsleistungen und den Materialkosten differenzieren.
  • Nur die Arbeitsleistungen (und die Mehrwertsteuer hierauf) können berücksichtigt werden.
  • Die Rechnung darf auch nicht bar bezahlt, sondern muss mittels Überweisung beglichen werden.

 

Der Höchstbetrag für 2008 (und die Vorjahre) ist 600 Euro. Dieser Betrag ist nun zunächst für zwei Jahre (2009 und 2010) verdoppelt worden. Also können Handwerksleitungen für Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen im Umfang von 6.000 Euro berücksichtigt werden. Nach Ablauf des nächsten zwei Jahre wird dann geprüft, ob diese Regelung beibehalten werden soll.

Wer also einen gewissen Stau bei notwendigen Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen hat, der sollte jetzt überlegen, ob er nicht diese erhöhten Einsparmöglichkeiten nutzen will. Dies wäre auch im Sinne der Bundesregierung ein erwünschter Konjunktureffekt.

 

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