Kürzere Kündigungsfristen für Versicherungsverträge 

Durch das neu gefasste Versicherungsvertragsgesetz wurden die Kündigungsregeln auch für Altverträge für die Kunden verbessert, das heißt verkürzt. Der Gesetzgeber hat sich schon öfters daran gestört, dass die Versicherungsgesellschaften allzu lange Kündigungsfristen für ihre Verträge vorgesehen hatten.

Es gibt immer noch Verträge mit sehr langer Bindung, beispielsweise von 10 Jahren. Solche Verträge können nach dem Versicherungsvertragsgesetz nun zum Ende des dritten Jahres durch den Kunden gekündigt werden. Schon länger galt die Regelung, dass man auf jeden Fall zum Ende des fünften Versicherungsjahres kündigen konnte. Deshalb hatten viele Versicherer schon länger keine Verträge mehr mit längerer Laufzeit als fünf Jahre abgeschlossen. Nun können auch solche Verträge durch den Kunden noch eher beendet werden.

Eine Kündigung sollte drei Monate vor dem Vertragsende bzw. vor dem Ende der Drei-Jahresfrist erfolgen. Der Kunde hat aber davon abweichend nach wie vor weitere Kündigungsmöglichkeiten, wenn sich bestimmte Vertragsänderungen ergeben haben. Wurde beispielweise der Beitrag erhöht, ohne dass dies sich in einer nachvollziehbaren Leistungsverbesserung begründet ist, dann kann der Kunde ebenfalls kündigen. Dies gilt auch, wenn der Versicherungsschutz herabgesetzt wurde und die Prämie ebenfalls entsprechend nach unten angepasst wird. Auf eine Beitragserhöhung muss die Versicherungsgesellschaft spätestens einen Monat vorher hinweisen. Dies ist der richtige Zeitpunkt für den Verbraucher nach Alternativen zu suchen. Findet man eine bessere Gesellschaft, dann schließt man dort den Vertrag zum Beginn des nächsten Monats ab und kündigt gleichzeitig mit Bezug auf die Beitragserhöhung die alte Versicherung.

Nach wie vor relevant ist die Möglichkeit der außerordentlichen Kündigung, wenn ein Schadensfall eingetreten ist. Dies gilt aber für beide Seiten. Auch die Versicherungsgesellschaft kann nach einem Schadensfall ohne Begründung das Vertragsverhältnis beenden. Kunden greifen eher zu dieser Möglichkeit, wenn die Versicherungsgesellschaft sich weigert, den Schaden zu begleichen. Aber unabhängig von der Begleichung schafft die Kündigungsmöglichkeit beim Schadensfall eine Alternative, um nach einem besseren Angebot für den Verbraucher zu suchen.

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