Mit Kurzarbeitergeld Jobs erhalten

Kurzarbeitergeld ist schon lange eine Möglichkeit für Betriebe Arbeitsplätze zu erhalten, wenn nach vorübergehendem Auftragsmangel die Beschäftigen nicht ausgelastet werden können. In diesen Fall kann der Betrieb zur Lohnfinanzierung an die Beschäftigten Kurzarbeitergeld zahlen. Der Betrieb spart damit erheblich an Lohn- und Gehaltskosten (einschließlich Sozialabgaben hierauf) ein.

Beispiel: Ein Automobilzulieferer kann nur noch drei Viertel der Arbeitszeit der Mitarbeiter in einer bestimmten Sparte für einen absehbaren Zeitraum von 4 Monate nutzen. Statt nun ein Viertel der Mitarbeiter zu entlassen, beantragt er für alle betroffenen Kollegen Kurzarbeitergeld im Umfang von einen Viertel von deren Arbeitszeit. Die Lohnkosten des Betriebs reduzieren sich entsprechen, denn für dieses Viertel zahlt der Arbeitgeber keine Vergütung und auch keine Sozialabgaben. Die Mitarbeiter erhalten nur drei Viertel des bisherigen Lohns. Die Bundesagentur für Arbeit zahlt diesen Mitarbeitern aber aus der Arbeitslosengeldkasse eine Kompensation, die ungefähr bei 60 % des entgangenen Nettolohns liegt. Die Mitarbeiter haben zwar weniger Geld in der Tasche, brauchen aber während der Zeit der Kurzarbeit auch weniger Arbeitsstunden zu leisten.

Das Kurzarbeitergeld wird vom Arbeitgeber mit Zustimmung des Betriebsrats bei der Bundesagentur für Arbeit beantragt. Diese prüft im Wesentlichen, ob der Auftragsmangel tatsächlich nur vorübergehender Natur ist. Denn Kurzarbeitergeld für dauerhaft nicht mehr benötigte Arbeitskräfte ist nach den Regelungen der Arbeitslosenversicherung nicht zulässig.

Nun hat die Bundesregierung durch ihr Konjunkturprogramm an diesen Regelungen eine entscheidende Änderung vorgenommen. Die Bezugsdauer von Kurzarbeit wurde auf 18 Monate verlängert. Der Betrieb kann also auch dann Kurzarbeitergeld beantragen, wenn er plausibel machen kann, dass nach dieser dreifach verlängerten Bezugsdauer er wieder ausreichend Aufträge haben kann. Die Bundesregierung setzt offensichtlich darauf, dass dann die Rezession überwunden ist und hofft darauf, dass dadurch in 2009 die für eine Rezession typischen umfangreichen Massenentlassungen vermieden werden können.

Offensichtlich sehen viele Beteiligte und weitere politische Entscheidungsträger dies ähnlich, denn diese Maßnahme ist nicht sehr umstritten. Betriebe, die optimistisch über die Krise hinausschauen, begrüßen diese Ausweitung der Flexibilität beim Kurzarbeitergeld.

 

Ihre Artikel Bewertung:
Bitte wählen Sie einen Stern

Durchschnitt: 0.0 / Prozent: 0% , Stimmen:

Artikelinformationen