Arbeitslosenversicherung: Nicht nur für Angestellte und Arbeiter 

Die Arbeitslosenversicherung ist eine der Grundpfeiler der sozialen Sicherungssysteme und seit vielen Jahrzenten der Garant dafür, dass man im Falle einer Arbeitslosigkeit Geld als Versicherungsleistungen zu beanspruchen hat. Die Arbeitslosenversicherung ersetzt dann für eine gewisse Zeit die Existenzsicherung und zwar als Versicherungsleistung.

Das bedeutet, dass die Zahlungen aus der Arbeitslosenversicherung nicht durch weitere Bedingungen (Bedürftigkeit, Vermögen, Unterhaltszahlungen) eingeschränkt wird.

Wenig bekannt ist, dass auch Selbständige die Möglichkeit zur Arbeitslosenversicherung bei der Bundesagentur für Arbeit (dem früheren Arbeitsamt) haben. Diese "freiwillige Arbeitslosenversicherung für Selbständige" ist aber an gewisse Voraussetzungen gebunden. Relevant ist diese Arbeitslosenversicherung für Existenzgründer, die damit den Weg aus der Arbeitslosigkeit finden. Denn diese haben die Hauptbedingung zur freiwilligen Arbeitslosenversicherung erfüllt: Sie haben innerhalb der letzten zwei Jahre vor Beginn der Existenzgründung mindestens 12 Monate in einem versicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis gestanden bzw. während dieser Zeit entsprechende Entgeltersatzleistungen aus der Arbeitslosenversicherung bezogen.

Wenn dann der Arbeitslose die selbstständige Tätigkeit aufnimmt, dann hat er nur die kurze Zeit von einem Monat, um zu entscheiden, ob er freiwillig in die Arbeitslosenversicherung eintritt. Dies hat allerdings so viele Vorteile (bei relativ moderaten Beitragssätzen), dass sich der Beitritt in die Arbeitslosenversicherung praktisch immer lohnt. Denn im Falle eines längeren Auftragsmangels kann sich der Existenzgründer dann an die Bundesagentur für Arbeit wenden und Arbeitslosengeld beantragen. Gegenwärtig liegt der Monatsbeitrag für die freiwillige Arbeitslosenversicherung bei knapp 18 Euro im Westen. Auch für die freiwillige Arbeitslosenversicherung gilt die Regel, dass nach einer längeren Einzahlungszeit auch längere Bezugszeiträume für das Arbeitslosengeld entstehen. Natürlich muss man als Empfänger dieser Leistung dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, sich also um Beschäftigung bemühen.

Jeder der eine Existenzgründung aus der Arbeitslosigkeit plant, sollte die Möglichkeit der Arbeitslosenversicherung für sich prüfen und den entsprechenden Antrag rechtzeitig stellen.

 

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