Die Ausbildung zur Erzieherin wird in der Schule absolviert 

Die Ausbildung zur Erzieherin wird vorwiegend in schulischer Form absolviert und unterscheidet sich demnach erheblich von anderen Ausbildungsberufen. Bundesweit nicht einheitlich geregelt, sieht die Ausbildungsordnung in den meisten Bundesländern jedoch vor, dass die Auszubildenden zwei Jahre der Ausbildung an Erzieher/innen-Schulen verbringen und dort die theoretischen Grundlagen für das Arbeiten in Kinderhorten, Kindertagesstätten, Kindergärten, Heimen und Jugendzentren erlernen. Die praktische Anwendung erfolgt dann im Rahmen eines Berufspraktikums während der Schulzeit bzw. im Anerkennungsjahr nach der (theoretischen) Ausbildung.

Die Abschlussprüfung beinhaltet eine mündliche, schriftliche und eine praktische Prüfung. Diese werden vor dem obligatorischen Anerkennungsjahr abgelegt, die Arbeit als staatlich anerkannte Erzieherin ist aber erst nach erfolgreichem Abschluss des Anerkennungsjahres möglich.

Zugangsvoraussetzungen zur Ausbildung als Erzieher/in sind in der Regel mindestens ein mittlerer Schulabschluss. Da außerdem zahlreiche Einrichtungen von kirchlichen Trägern betrieben werden, kann auch die Mitgliedschaft in einer Kirche verlangt werden.

Mitunter ist eine Verkürzung der Ausbildung bzw. ein Wegfall des Anerkennungsjahres bzw. des Praktikums möglich, wenn bestimmte Vorraussetzungen (vorherige Tätigkeit im sozialpädagogischen/erzieherischen Bereich, freiwilliges soziales Jahr, ein Berufsabschluss, [Fach]Hochschulreife) gegeben sind. Weiterhin bieten viele Erzieher/innen-Schulen den Erwerb der Fachhochschulreife während der Ausbildung an.

Der Nachteil der zumindest in den ersten zwei Jahren fast vollständigen schulischen Ausbildung liegt sicherlich darin, dass dadurch kein Ausbildungsgehalt gezahlt wird. Hier haben die Auszubildenden höchstens die Möglichkeit, Leistungen nach Bafög zu beantragen. Auch sind die Betriebspraktika unentgeltlich. Das Anerkennungsjahr jedoch wird in der Regel nach Tarif des öffentlichen Dienstes bzw. angelehnt an diese Vereinbarung vergütet.

Wenngleich weit über 90% der Auszubildenden weiblich sind, nimmt die Zahl der männlichen Erzieher zu, nicht zuletzt auch aufgrund des wachsenden Interesses an frühkindlicher Bildung, deren verstärkter Erforschung und Einfluss auf die spätere Bildungskarriere.

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