Typische "fiese Fragen" im Vorstellungsgespräch und wie man geschickt darauf antwortet

Im Vorstellungsgespräch sollte es eigentlich keine rechtlich unzulässigen Fragen geben, wie etwa nach der Planung von Nachwuchs. Denkbar ist aber, dass es hier indirekte Möglichkeiten gibt, solche Fragen zu stellen.

Dies sind aber nicht die fiesen Fragen, die vielen Bewerbern im Vorstellungsgespräch Schwierigkeiten macht.

Heikel im Vorstellungsgespräch sind für viele Bewerber Fragen wie: "Welche sind ihre wichtigsten Stärken, welche relevanten Schwächen würden sie bei sich sehen?" Hier liegt das Problem im zweiten Teil der Frage, denn bei den Stärken wird man schnell eine Antwort finden. Am besten antwortet man daher zunächst auf den zweiten Teil der Frage und versucht von dort aus einen Dreh zu den Stärken zu finden. Wer also gern nur alleine vor sich hin arbeitet (Schwäche), der hat sicher schon mal die Erfahrung gemacht, dass er im Team profitieren kann und nutzt diese Erkenntnis, um nun seine Teamfähigkeiten zu fördern (Stärke).

Man sollte zunächst davon ausgehen, dass die Personaler bei den fiesen Fragen aber nichts Böses im Schilde führen. Sie wollen aber einem Bewerber auf den Zahn fühlen, wenn sie das Gefühl haben, dass es noch offene Punkte gibt, die sich nicht unmittelbar aus den Bewerbungsunterlagen ergeben. Die Frage nach dem Grund für den Wechsel des Arbeitgebers gehört hier zu den fiesen Fragen.

Wer jetzt eine zwar ehrliche aber kritische Antwort in Bezug auf seinen bisherigen Arbeitgeber gibt, der begeht möglicherweise einen Fehler. Besser klingt es in den Augen des Personaler, wenn man positiv hervorhebt, wie wichtig die weitere berufliche Entwicklung ist und wie sehr man darauf baut, dass dies bei dem neuen Arbeitgeber besser möglich ist.

Generell sollte man im Vorstellungsgespräch stets positiv argumentierten. Fragt der Personaler beispielsweise einen Berufseinsteiger: "Warum haben sie noch keinen Job gefunden, Ihr Uniabschluss liegt schon 11 Monate zurück?" dann sollte man deutlich machen, dass man in den letzten 11 Monaten viel dafür getan hat, dass man eine bessere Ausgangssituation für die berufliche Entwicklung bekommt. Antworten, wie dass die angebotenen Jobs zu schlecht bezahlt werden sollten, kommen im Vorstellungsgespräch weniger gut an.

In dem Campus-Bewerbungsratgeber von Christian Püttjer und Uwe Schnierda (Trainingsmappe Vorstellungsgespräch: Die 200 entscheidenden Fragen und die besten Antworten) gibt es noch viele weitere fiese Fragen, die stets mit guten Beispielantworten gekontert werden können. Allerdings sollte man nicht versuchen, sich die Antworten einzuprägen, denn schließlich lesen auch Personaler Bewerbungsratgeber, und es wäre schlecht, wenn denen die Antworten bekannt vorkommen. Aber das Buch ist durchaus geeignet, als Vorbereitung für ein Vorstellungsgespräch zu dienen, wenn man die jeweiligen Fragen in Bezug auf die eigene Situation beantwortet.

 

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