Der Unterschied zwischen kodifizierten und nicht kodifizierten Zusatzqualifikationen nach der Berufsausbildung

Als berufliche Zusatzqualifikationen werden diejenigen Kenntnisse und Fähigkeiten bezeichnet, die über die normalen Inhalte einer beruflichen Ausbildung hinausgehen.

Dies kann bereits während der Berufsausbildung geschehen, wenn parallel zur Berufsschule ein bestimmter Sprachlevel auf einer Volkshochschule erreicht wird. Oft kommt es aber erst nach der Berufsausbildung zu einer Zusatzqualifikation, wenn beispielsweise Büroarbeitskräfte ihre intensiven IT-Kenntnisse mit einer Zertifizierung gemäß ECDL (europäischer Computerführerschein) ablegen.

Zusatzqualifikationen sind also abgeschlossene Qualifikationseinheiten, die zwar an die berufliche Ausbildung anschließen aber mit der Vermittlung von Fertigkeiten, Kenntnissen über das Basis-Berufsprofil hinausgehen. Da ihr Erreichen optional ist, werden sie nach einer gesonderten Prüfung oder Zertifizierung erreicht.

Allerdings ist es nach dem neuen Berufsbildungsgesetz nun möglich geworden, dass bestimmte Zusatzqualifikationen direkt mit dem entsprechenden Ausbildungsberuf in Zusammenhang gebracht werden. Kodifizierte Zusatzqualifikationen sind also schon von vorneherein als Möglichkeit der Weiterbildung vorgesehen. Nicht kodifizierte Zusatzqualifikationen können zwar auch durch eine normierte Prüfung oder Zertifizierung erreicht werden, man hat aber bisher darauf verzichtet, sie in den Katalog der kodifizierten Zusatzqualifikationen aufzunehmen.

Zurzeit wird diese Möglichkeit erst bei wenigen Berufen genutzt, z.B. beim Musikfachhändler. Die bisher dreijährige Ausbildung kann bereits nach zwei Jahren abgeschlossen werden. Für das dritte Ausbildungsjahr kann dann der Lehrling dann wählen, ob er bestimmte kodifizierte Zusatzqualifikationen erreichen will oder ob er direkt in die Berufstätigkeit einsteigt. Für den Buchhändler und den Fachkaufmann für Versicherung und Finanzen sind bereits kodifizierte Zusatzqualifikationen in der Planung. Es ist davon auszugehen, dass immer mehr Berufsausbildungen von den kodifizierten Zusatzausbildungen Gebrauch machen werden.

Damit orientiert man sich auch in der Berufsausbildung am Stufen-Konzept, das in der Universität und an den Hochschulen nun schon viele Jahre in der Umsetzung ist. Eine Basisausbildung wird bis zum Bachelor-Abschluss jedem Studenten geboten, der Master kann als Zusatzqualifikation darauf aufbauend von besonders interessierten Studenten erreicht werden.

 

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