Bildungsurlaub 2009 ist in den Bundesländern unterschiedlich geregelt

Jedes Unternehmen profitiert von beruflich und politisch gebildeten Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen. Insofern räumen einige Bundesländer ihren Bürgern das Recht auf Bildungsurlaub bei gleichzeitiger Freistellung von der Arbeit und fortlaufender Bezahlung ein. Doch ähnlich vieler Bildungsfragen ist auch das Recht der Arbeitnehmerweiterbildung bundesweit nicht abschließend und allgemeingültig geregelt.

Während beispielsweise in Nordrhein-Westfalen das Arbeitnehmerweiterbildungsgesetz (AWbG) allen Angestellten erlaubt, fünf Arbeitstagen im Kalenderjahr zur persönlichen und fachlichen Weiterbildung zu nutzen und dafür von ihrem Arbeitgeber freigestellt zu werden und auch in Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen alle Beschäftigten und auch Auszubildende einen Anspruch auf 5 Tage Bildungsurlaub pro Jahr haben, sieht die Regelung in Baden-Württemberg und Thüringen keinen gesetzlich festgelegten Bildungsurlaub vor. Trotzdem gilt auch hier, dass Arbeitgeber die politische und fachliche Weiterbildung ihrer Belegschaft positiv sehen und entsprechend unterstützen.
In der Regel muss der Arbeitgeber 6 Wochen vor Beginn des Bildungsurlaubs informiert werden und der Arbeitnehmer kann weiterhin den Anspruch von zwei Jahren in einem Kalenderjahr zusammenfassen - also bis zu 10 Arbeitstage Bildungsurlaub nehmen - in einem Stück oder theoretisch auch auf zwei oder mehrere Phasen verteilt.

Anbieter von Bildungsurlaubveranstaltungen sind in der Regel die Bildungswerke der Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbände, politische oder kirchliche Organisationen, wie aber auch arbeitgebernahe Stiftungen und Bildungswerke. Natürlich hat das Gewähren und die Inanspruchnahme des Bildungsurlaubs die Bedingung, dass die besuchte Veranstaltung im weitesten Sinne der fachlichen und politischen Bildung des Arbeitnehmers dient. Mitunter können dies auch Reisen in andere Länder und/oder Besuche von unternehmenseigenen Produktionsstätten, von Partnergewerkschaften oder einfach nur Sprachreisen sein.

Inwieweit die angespannte Lage der Wirtschaft dazu beiträgt, dass die Arbeitgeber in Zukunft konservativer bezüglich Bildungsurlaub entscheiden bzw. die Arbeitnehmer in Anbetracht betriebsbedingter Kündigungen und kritischer Auftragslage darauf (teilweise) verzichten, bleibt abzuwarten.

 

Artikelinformationen