Systemisches Coaching  

Systemisches Coaching ist eine Coaching-Technik, die als zentralen Aspekt berücksichtigt, dass der Klient im Coaching-Prozess in einen System eingebunden ist, das seine Handlungen und Haltungen zentral bestimmt.

Diese Sichtweise beim Systemischen Coaching scheint zunächst trivial zu sein, doch ist dem nicht so, weil viele Erwartungen an Coaching-Maßnahmen dahin tendieren, die Ressourcen des Klienten als Möglichkeiten der Lebensgestaltung ohne ausreichende Berücksichtigung des Systems, in dem der Klient eingebunden ist, zu forcieren.

Coaching ist als eine auf flexible Ressourcen-Orientierung und schnelle Lösungs-Findung hin orientierte Beratung zu verstehen. Der Coaching-Nutzer wird als Experte für seine Probleme und ihre Lösungen vom Coach herausgefordert. Dabei setzt der Coach beim systemischen Coaching am Kommunikationsprozess des Klienten an. Denn oft zeigen sich die Probleme der Klienten in Kommunikationsprozessen, die durch unterschiedliche Muster einen vom Klienten immer wieder neu erlebten negativen Ablauf durchlaufen. Beispiele sind Auseinandersetzungen mit Chefs oder Kollegen, die immer wieder neu als in einer unauflösbaren Konfrontation befindlich bestimmt werden. Hier hat dann der Coach beim systemischen Coaching die Aufgabe, Ansatzpunkte mit dem Klienten zu finden, wie er durch geändertes Kommunikationsverhalten die alten Muster durchbrechen kann. Eine nicht einfache Aufgabe, weil die Klienten dazu erst begreifen müssen, dass sie selbst als Teil des Systems ihren Beitrag dazu leisten, dass immer wieder die gleichen negativen Abläufe entstehen.

Basis des Konzepts für systemisches Coaching bilden Modelle der Systemtheorie und des Konstruktivismus, die von der systemischen Therapie aufgegriffen wurden. Die Systemtheorie versteht jedes menschliches Handeln als systembedingt. Dies zeigt sich beispielsweise daran, dass in Gruppen bestimmte Rollen (wie Gruppenführer, Opponent, Clown) immer wieder erwartet werden und das System Gruppe es auch leistet, dass diese Rollen zugeordnet werden, was für einzelne Gruppenmitglieder durchaus schmerzhaft sein kann, weil diese Rollen ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden. Der radikale Konstruktivismus ist dann ein Ansatzpunkt, um diese Rollenzuweisung in Frage zu stellen. Man befähigt dann beim Systemischen Coaching den Klienten, zu einer anderen konstruktiven Sichtweise seiner Situation zu kommen und geht davon aus, dass diese geänderte Sichtweise zu einem anderen Verhalten und zu anderen Interpretationen führt, die dann die Gruppensituation nachhaltig beeinflussen.

Wie systemisches Coaching beispielhaft funktionieren kann, wird in einen Coaching Seminar thematisiert, bei dem Führungskräfte nach den besten Tricks und Tipps fragen, um ihre Mitarbeiter zu höheren Leistungen zu motivieren. Dabei ist dieses Verständnis genau das Problem im Coaching-Prozess. Die Klienten sehen sich als unabhängig vom Aufgabenbezug ihrer Mitarbeiter und wollen sich auch nicht ändern, weil sie die Probleme nur auf der anderen Seite wahrnehmen können. Hier ist es Aufgabe des Leiters oder Coachs durch Systemischen Coaching diese Sichtweisen zu durchbrechen und klar werden zu lassen, dass immer mehrere Seiten eines Systems beteiligt sind, wenn das System insgesamt nicht die Erwartungen erfüllt, die die Umwelt an es stellt. Das Vermitteln dieser Einsicht ist die Hauptschwierigkeit beim systemischen Coaching, bevor mit Einzelmaßnahmen Veränderungen im Verhalten angegangen werden können. Möglichkeiten hierzu bietet ein Seminar, bei dem durch Rollenspiele die Systemwirkungen immer wieder neu den Teilnehmern plastisch gemacht werden können.

Systemisches Coaching steht erst am Anfang, wenn es um die Weiterentwicklung von Seminar-Konzepten beim Führungskräfte-Training geht.

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