Teamführung: Persönlichkeitsmerkmale und situative Effekte

Teamführung wird als Prozess der sozialen Einflussnahme verstanden, bei dem eine Person die Hilfe und Unterstützung anderer bei der Bewältigung einer gemeinsamen Aufgabe zu gewinnen hat. Teamführung ist eine praktische Aufgabe für Chefs und verweist aber auch auf theoretische Hintergründe in den ökonomischen und psychologischen Wissenschaften.

Die Bestimmung von Merkmalen und Eigenschaften, die mit den Fähigkeiten zur Teamführung gekoppelt sind, sind alt und finden sich bereits in der griechischen Philosophie. Ursprünglich gab es eine dominierende Sichtweise, die die Fähigkeit zur Teamführung als Persönlichkeitsmerkmal bestimmte. Inzwischen wird aber mehr und mehr klar, dass erfolgreiche Teamführung sich auch aus den Strukturen des Teams ergeben kann. Trotzdem scheint es so zu sein, dass Persönlichkeitsmerkmale und die Aufgaben der Teamführung einander entsprechen. Empirische Untersuchungen zu Chefs und anderen Personen, die Teamführung ausüben, ergeben oft eine Dominanz von Persönlichkeitsmerkmalen, die um folgende Dimensionen herum sich gruppieren:

• Allgemeine Intelligenz, insbesondere bei kommunikativen Fähigkeiten
• Anpassungsfähigkeit auf schnell ändernde Umwelten
• Extraversion, also starke Bereitschaft, die eigenen Wünsche und Vorstellungen zu äußern
• Gewissenhaftigkeit bei der Ausführung von Arbeitstätigkeiten
• Offenheit für neue Erfahrung und andere Arbeitsweisen.

Generell sind diejenigen für Chefaufgaben und Teamführung prädestiniert, die sich in die unterschiedlichen Denk- und Arbeitsweisen der Teammitglieder gut hineindenken können und die rechtzeitig erkennen, welche Stärken und Schwächen das jeweilige Teammitglied hat, damit dieses effektiv für unterschiedliche Teamaufgaben eingesetzt werden kann.

Der Sozialpsychologe Kurt Lewin machte sich schon sehr früh Gedanken um erfolgreiche Teamführung und führte auch in unterschiedlichen sozialen Kontexten hierzu empirische Untersuchungen durch. So wurden herkömmliche Meinungen über erfolgreiche Teamführung empirisch fundiert bzw. in Frage gestellt. Lewin konnte feststellen, dass es einen Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsmerkmalen und gelungener Teamintegration gibt. In diesem Zusammenhang wurden auch unterschiedliche Führungsstile von Chefs bestimmt. Neben dem autoritären und integrativen Führungsstil wurde deutlich, dass unter bestimmten Bedingungen auch eine "laissez-faire"-Führungsstil (informelle Gruppenprozesse laufen lassen und nicht direkt intervenieren) durchaus erfolgreich sein kann.

Generell lässt sich also sagen, dass diejenigen, die Teamführung als genau zu bestimmende situative Fähigkeiten auffassen, langfristig erfolgreicher sind. Autoritäre Chefs oder Teamführer, die immer schon im Voraus alles besser wissen und nur Kritik für die Teammitglieder haben, werden selten erfolgreich sein. Teamführung ist dann erfolgreich, wenn der Teamleiter die unterschiedlichen Interessen und Fähigkeiten der Teammitglieder erkennt und diese für die übergeordneten Teamaufgaben nutzbar macht.

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