Controlling 

Controlling als zentraler Begriff der betriebswirtschaftlichen Logik ist noch nicht sehr lange in Deutschland gebräuchlich. Zentraler Bestandteil des Begriffs Controlling ist das englische "control", das mit "kontrollieren" nur sehr unzureichend übersetzt wäre. Besser wären die Übersetzungsvarianten "steuern" und "regeln", doch ist diese Vorstellung in vielen Betrieben nur unzureichend umgesetzt.

Meist ist Controlling ein eigenständiger betrieblicher Bereich, der der Unternehmensleitung die harten Fakten und Daten liefern soll, die diese dann in die Lage versetzt, regelnd und steuernd in die betrieblichen Abläufe einzugreifen. Ob allerdings die harten Fakten, die das Controlling erfasst, überhaupt die zentralen Momente für unternehmerischen Erfolg ausmachen, ist wissenschaftlich umstritten. Controlling setzt implizit voraus, dass der Erfolg betrieblicher Maßnahmen sich in einfachen Zahlen und Zahlenverhältnisse ausdrücken lässt. Aufgabe des Controllings als zentrale unternehmerische Aufgabe ist es dann, diese Zahlen und Zahlenverhältnisse zu bestimmen und der Unternehmensführung diese als Entscheidungsbasis zurückzumelden.
Obwohl das Controlling-Verständnis in Deutschland noch nicht so alt ist, hat es seine Basis doch in typischen betriebswirtschaftlichen Grundlagen, wie sie seit vielen Jahrzenten prägend sind. Das "ökonomische Prinzip" verlangt vom Unternehmen, dass er mit den ihm zur Verfügung stehenden Ressourcen einen maximalen Profit erzielt. Oder: Dass ein geplantes Ergebnis mit einem minimalen Ressourceneinsatz erreicht wird. Ausgedrückt wird das ökonomische Prinzip durch eine Kostenfunktion und das Controlling setzt hier an und bestimmt möglichst genau alle Faktoren, die auf diese Kostenfunktion einwirken. Allerdings nur die Faktoren, die kostenmäßig bestimmbar sind. Deshalb wird Controlling insbesondere dann kritisch gesehen, wenn es um "weiche" Faktoren wie Kundenzufriedenheit, Persönlichkeitsentfaltung der Mitarbeiter, Umweltangemessenheit etc. geht. Obwohl nachgewiesen ist, dass diese weiche Faktoren des Unternehmenserfolg bestimmend werden können.
Modernere Verständnisse von Controlling versuchen auch die weichen Faktoren als zahlenmäßige Faktoren zu erfassen. Hier ist die Idee des "Balanced Scorecard" zu sehen, das neben den traditionellen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen gesonderte Zahlen für weiche Faktoren erhebt und in das unternehmerische Controlling einbezieht.
Ein solches Verständnis von Controlling wird auch für Non-Profit-Organisationen immer wichtiger. Auch hier wird angesichts des Organisationswachstum und den Anforderungen der öffentlichen Kommunikation es für die Organisationsverantwortlichen immer wichtiger, ihren Erfolg mit Daten und Fakten für interne Entscheidungsprozesse und Außendarstellung verfügbar zu machen. Controlling ist so für keine Organisation mehr verzichtbar.

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