Den Small-talk im beruflichen Umfeld gut bewältigen

In der Werbung läuft der Small-Talk im beruflichen Umfeld oft sehr prägnant ab: Mein Haus, meine Segeljacht, meine bemerkenswerten beruflichen Erfolge! Wenn dabei noch Fotos auf den Tisch geknallt werden, dann wirkt das prägnant und überzeugend. Allerdings sollte man die Werbung nicht mit der Wirklichkeit verwechseln.

Angeben und Protzen steigert auch beim beruflichen Small-Talk nicht die persönliche Reputation.

Hier ist eher etwas mehr Zurückhaltung angesagt. Eine Firmenfeier, eine firmeninterne Geburtstagsfeier oder das normale Gespräch in der Kantine kann dazu genutzt werden, eine andere Facette der Persönlichkeit zum Ausdruck zu bringen, als die fachlichen und beruflichen Kompetenzen, die beim Gesprächspartner weitgehend bekannt sind. Es gilt aber darauf zu achten, dass man ein verbindendes Thema findet. Langes Erläutern von Segelknoten kommen bei Freunden der Bergwanderung eher weniger an, obwohl die aus Höflichkeit möglicherweise die Floskel "Ist ja interessant" fallen lassen. Generell ist eigenes langes Reden sowieso weniger geeignet für den Small-Talk. Ein Gespräch läuft idealerweise als Ping-Pong ab. Kurze und wechselseitig zustimmende Aussagen sollten einander abwechseln.

Wer hiermit noch Schwierigkeiten hat, der wird bei Kommunikationstrainings gern auf eine Reihenfolge der Art "Impuls geben - Warten- Impuls des Gesprächspartners annehmen"-Strategie verwiesen. Hierbei gibt man zunächst einen Impuls, zum Beispiel in dem man an eine aktuelle Situation anknüpft. Wem nichts dazu einfällt kann auch auf das beliebte Thema Wetter zurückgreifen. Danach lässt man dann dem Gesprächspartner oder der Gesprächsrunde Zeit zum Reagieren. Dies ist alles andere als einfach. Denn Gesprächspausen werden oft als peinlich empfunden. Irgendwann kommt dann eine Reaktion oder ein neuer Impuls, auf den kann sollte man dann eingehen und einen Ansatzpunkt für den weiteren Verlauf finden.

Während man im privaten Umfeld über alles reden kann, sind berufliche Small-Talks durch typische Fallen und Tabus gekennzeichnet. So sollte man nicht schlecht über die eigene Firma, Mitarbeiter, Kollegen oder Vorgesetzte reden. Auch das beliebte Spiel über Kunden und Geschäftspartner zu lästern, kann dann zum Problem werden, wenn sich dies über "Buschfunk" in der Firma verbreitet. Ebenfalls in Deutschland Tabu ist das Besprechen von Gehaltshöhen und Sonderprämien.

Man sollte sich beim beruflichen Small-Talk eher um positive Themen bemühen. Ob es dabei um die private Lebensgestaltung oder betriebliche Verbesserungen geht ist dabei zweitrangig. Allerdings sollte der Small-Talk nicht unter der Hand in ein Fachgespräch übergehen, dies vermeidet man indem man einfach nach einer Gesprächspause einen neuen Impuls setzt.

Für Manche scheint das Gesprächsende beim Small-Talk eine Schwierigkeit zu sein. Dies geht aber immer, wenn man den oder die Gesprächspartner kurz anschaut und sich bedankt und dann mit einer passenden Erklärung seinen Abgang vorbereitet. Einfach ohne Kommentar und Gruß weggehen, wird auch bei betrieblichen Feten als unhöflich empfunden.

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