Der ECDL: Der Europäischer Computer Führerschein 

ECDL steht für "European Computer Driving Licence" also "Europäischer Computer-Führerschein" und ist ein international anerkanntes Zertifikat zum Nachweis kompetenter Computer-Nutzung. Er ist sehr beliebt bei Arbeitgebern, denn diese können in einem Bewerbungsverfahren davon ausgehen, dass der Bewerber mit ECDL-Nachweis gute Basiskenntnisse bei der Computerverwendung (einschließlich Internet-Kompetenz und Office-Fähigkeiten) verfügt.

Inzwischen hat diese Art der Zertifizierung den europäischen Rahmen überschritten und wird auch als ICDL (International Computer Driving Licence) verteilt.

Der ECDL verwendet ein ausgeklügeltes Zertifizierungsverfahren. Zunächst werden die Lerninhalte und Lernziele durch wissenschaftlich arbeitende übernationale Kommissionen festgelegt. Man ist bei den entsprechenden Gesellschaften darum bemüht, bei diesen Lernstandards nicht einzelne Hersteller vor Computer-Software zu bevorzugen. Doch angesichts der Marktpräsenz von Microsoft kann nicht übersehen werden, dass Windows als Betriebssystem und Microsoft Office als Büroanwendungsprogramme in den meisten Fällen den Lernprozessen zugrunde gelegt werden. Zumindest bei den Büroanwendungen ist es aber auch möglich, Open Office zur Basis der Zertifizierung zu machen.

Die Prüfung beim Europäischen Computer Führerschein erfolgt unter genau definierten Bedingungen: Online, unter Aufsicht und mit strikter Zeitvorgabe. So kann einigermaßen gesichert werden, dass ein ECDL-Zertifikat für alle Teilnehmer unter gleichen Bedingungen ausgestellt wird.

Der Basislevel des ECDL umfasst sieben Module:

• Grundlagen der Informations-und Telekommunikationstechnologie: Hier geht es um grundlegende Kompetenzen, die jeder Computer-User haben sollte; z.B. ein Verständnis von Datenschutz und Datensicherheit.
• Grundlagen der PC-Nutzung einschließlich Datenverwaltung: Hier geht es um Techniken der effektiven Datenverwaltung, z.B. um das Verständnis von Dateitypen und Ordnerstrukturen.
• Textverarbeitung: Hier geht es darum, dass die User Texte einschließlich komplexerer Techniken wie Serienbriefe oder Korrekturfunktionen erstellen können.
• Tabellenkalkulation und graphische Umsetzung von Zahlen.
• Datenbank-Nutzung einschließlich Datenbankerstellung.
• Präsentations-Erstellung einschließlich Nutzung verschiedener grafischer Möglichkeiten.
• Information und Kommunikation: Internet-Nutzung und E-Mail-Kommunikation.

Es gibt auch einen ECDL Advanced mit weitergehenden Inhalten. Zur Vorbereitung auf die ECDL-Zertifizierung gibt es spezielle Kurse, die aber nicht zwingend belegt werden müssen. Man kann sich auch über Bücher und kostenlose Internet-Lernmöglichkeiten auf die Prüfung vorbereiten. Diese wird dann an zertifizierten ECDL-Prüfungszenten abgelegt, die hierfür Gebühren erheben. Für alle Prüfungen des Basislevels sind etwa 230 Euro zu kalkulieren. Fördermöglichkeiten gibt es für Arbeitslosengeld I oder II Bezieher, denn der europäische Computer Führerschein schafft bessere Vermittlungsmöglichkeiten.

Insgesamt gesehen bietet er ECDL eine gute Basis zum Nachweis von Computer-Grundkenntnissen. Was fehlt ist der Einbezug von Umsetzungsmöglichkeiten, die soziale Kompetenzen ansprechen. So hängt der Erfolg einer Präsentation nicht in erster Linie von Computer-Kenntnissen zur Präsentations-Software ab. Die zusätzlich notwendigen "Soft-Skills" müssen durch andere Kurse und andere Zertifizierungen abgedeckt werden.

 

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