Digitales Zeitalter: Welche Berufe haben Zukunft?

Der technologiebedingte Wandel wirkt sich auf die Berufsaussichten der Zukunft aus. Für junge Menschen ist es wichtiger denn je, kommende Entwicklungen zu berücksichtigen.

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Kaum Ausnahmen: Etliche Branchen vom Wandel betroffen

Die Automatisierung findet längst statt, etwa in der Industrie, wo Robotik immer häufiger die Arbeit von Menschen übernimmt. Dies wird unter dem Begriff Industrie 4.0 zusammengefasst; das volle Ausmaß ist allerdings noch lange nicht erreicht. Denn die Automatisierung wird nicht nur die Industrie betreffen und in ihren Grundfesten verändern, sondern weite Teile der Wirtschaftswelt, Dienstleistungen inklusive.

Für Schulabsolventen von heute ist das von großer Bedeutung. Denn so mancher Beruf, der ursprünglich als zukunftssicher und attraktiv galt, könnte in den nächsten 15 bis 20 Jahren mit erheblich weniger menschlicher Arbeitskraft auskommen. Da wäre zum Beispiel die Informatik: Künstliche Intelligenzen werden immer besser darin, Codes selbst zu schreiben und ganze Programme eigenständig zu entwickeln. Selbst die hoch angesehene Medizin wird betroffen sein, allen voran in der Diagnostik oder auch in der Chirurgie, wo Roboter mit unerreichter Präzision Eingriffe vornehmen können.

Auf den Straßen zeichnet sich langsam, aber sicher die Ankunft selbstfahrender Autos ab. Dazu gehören auch LKWs, wie von Tesla bereits vorgestellt, sodass die gesamte Logistikbranche eines Tages umsteigen wird. Diese Liste an Beispielen zeigt klar, wie umfassend der Wandel sein wird.

Diese Bereiche bleiben menschlich

Bei all diesen Veränderungen werden Umschulungen in andere Berufe nur begrenzt eine Lösung sein, da zum ersten Mal in der Geschichte mehr alte Jobs wegfallen als neue Stellen entstehen. Der Blick auf Branchen, die weiterhin auf viele menschliche Arbeiter angewiesen sein werden, ist daher umso wichtiger.

An erster Stelle sind dabei alle Berufe direkt am Menschen zu nennen. Pfleger, Erzieher, Grundschullehrer und Sozialarbeiter lassen sich nicht einfach gegen Computerprogramme austauschen. Auch die Gastronomie wird – da Essen und Trinken ein menschliches Urbedürfnis sind – Bestand haben. Speziell in diesem Feld bieten sich viele Gelegenheiten zur Selbständigkeit, was nicht zuletzt der großen Präsenz von Franchise-Modellen zu verdanken ist.

Zu guter Letzt bleiben auch Kunst, Kultur und Unterhaltung eine vorwiegend menschliche Angelegenheit. Die oft als brotlos bezeichneten Berufe könnten dadurch an Bedeutung gewinnen, was jedoch keine Garantie für Erfolg ist. Manche Dinge werden sich somit nicht zwangsläufig ändern: In den Jobs und Tätigkeiten, die weiterhin eine Menschen-Domäne bleiben, wird der Wettbewerb umso größer sein. Maßnahmen wie das bedingungslose Grundeinkommen werden schon lange als Gegenmittel diskutiert, die Realisierung steht allerdings noch in den Sternen und könnte, das bekannte Tempo der Politik als Maßstab genommen, erst stark verspätet erfolgen.

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