Enterprise Resource Planning 

"Enterprise Resource Planning" kann man ganz grob mit "Planung der Unternehmens-Ressourcen" übersetzen. Enterprise Resource Planning wird aber in der Abkürzung ERP eher im Zusammenhang mit einer Software gesehen, die die Unternehmensführung bei ihrer notwendigen Planung der Unternehmensressourcen unterstützt.

Sowohl für die Software beim Enterprise Resource Planning wie auch bei den zugrunde gelegten Techniken wird nach herkömmlicher betriebswirtschaftlicher Lehre davon ausgegangen, dass in der Knappheit die zentrale Problemstellung wirtschaftlichen Handels liegt. Knapp sind die Ressourcen und dies sind im Verständnis der Betriebswirtschaftslehre die Produktionsfaktoren Kapital und Arbeit - bzw. Betriebsmittel (Maschinen, Anlagen, etc.) und Personal (einschließlich der Führungskräfte der mittleren und oberen Hierarchieebenen). Ziel des Enterprise Resource Planning ist die Erreichung vordefinierter unternehmerrischer Ziele mit optimierten Geschäftsprozessen, die die Knappheit bei allen Ressourcen berücksichtigt. Somit verweist das Enterprise Resource Planning auf das grundlegende ökonomische Prinzip: Der definierte Geschäftserfolgt soll mit einem Minimum an Ressourceneinsatz erreicht werden. Oder: Mit den vorhandenen Ressourcen soll ein maximaler Erfolg (maximaler Profit) erzielt werden.
Setzt man diese Zielsetzung mit einer Software des Enterprise Resource Planning um, dann geht es zunächst darum, die Geschäftsprozesse in angemessener Weise in der Software zu modellieren. Hierbei werden Datenbanken und Datenbanksoftware zum Einsatz gebracht, die die zugrundeliegenden unternehmerischen Strukturen in Datenstrukturen und Prozessdiagrammen abbildet. Ob und wie man die Ähnlichkeit und Angemessenheit der Datenmodellierung bei der Enterprise Resource Planning-Software prüfen kann, ist strittig. Kritiker der herrschenden Lehre der Rationalisierung durch Algorithmisierung verweisen darauf, dass menschliche Kommunikationsprozesse nicht computerangemessen umsetzbar sind. So wurde bereits in den 1930er-Jahren gezeigt, dass nicht die formelle Organisation bestimmend für den Unternehmenserfolg ist, sondern die informelle. Enterprise Resource Planning vertraue aber in unzureichender Weise darauf, dass man mit der algorithmischen Umsetzung der formellen Organisation eine angemessene Entscheidungsbasis für unternehmerisches Handeln liefern könne.
Zutreffender Ansatzpunkt von Enterprise Resource Planning könnte aber in der Überwindung der Insellösungen herkömmlicher Softwareinstrumente im Unternehmenseinsatz sein. Dies hängt damit zusammen, dass die traditionelle Form der Unternehmenslenkung isolierte Bereiche unternehmerischen Handelns geschaffen hat, die zu je spezifischen Inseln des Softwareeinsatzes führen musste. So gibt es Software für Materialwirtschaft und Produktion, die weder untereinander noch mit Software in den Bereichen Finanzwesen oder Personalwesen kompatibel ist. Resultat der Insellösungen ist der vielkritisierte Medienbruch, wenn man Daten von einem Bereich in den anderen transferieren will. Hier soll Enterprise Resource Planning den Durchbruch für integrierte Lösungen schaffen.
Will man diese Integration durch Enterprise Resource Planning erreichen, so sind jahrelange Anpassungsprozesse der organisatorischen Abläufe notwendig. Enterprise Resource Planning als Softwarelösung schafft so die notwendigen Voraussetzungen, die zum Einsatz erfolgreichen Enterprise Resource Planning zwingend zu erfüllen sind.

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