Weiterbildungen im Digitalen Zeitalter

Die Digitalisierung rückt seit Jahren mehr und mehr vor. Viele Veränderungen haben bereits stattgefunden, andere sind noch in vollem Gange. Auch für Berufstätige und Unternehmer ändert sich im Digitalen Zeitalter einiges. Was es mit der "Arbeitswelt 4.0" auf sich? Welche modernen Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es? Werden Weiterbildungen gefördert? Antworten auf diese und andere Fragen finden Sie hier.
Tumisu@pixabay.com

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Vorbereitung auf die Arbeitswelt 4.0

Neue Technologien und die zunehmende Vernetzung einzelner Bereiche sorgen in vielen Branchen für Bewegung. Einige Berufe befinden sich komplett im Wandel, wodurch sich viele Arbeitnehmer überfordert fühlen. Herzlich willkommen in der Arbeitswelt 4.0. Einer Welt, in der gleichermaßen Verunsicherung lauert und Chancen darauf erwarten, ergriffen zu werden. Feststeht, dass es weitreichende Veränderung in der Arbeitswelt geben wird.

Dass Unternehmen weltweit immer mehr zusammenrücken, geht auch an den Mitarbeitern nicht spurlos vorbei. Auf sie warten neue Herausforderungen am Arbeitsplatz. Auch Hierarchien werden sich durch die globale Vernetzung verändern. Bislang geschlossene Unternehmensstrukturen werden sich öffnen, einige Arbeitsbereiche durch Maschinen ergänzt und die Automatisierung weiter vorangetrieben. Dass viele Angst um den Job haben, ist vor diesem Hintergrund nur allzu verständlich. Immerhin können vor allem Tätigkeiten in der Fertigungstechnik, in Unternehmensführung und Organisation, aber auch in den Bereichen Verkehr und Logistik durch Automatisierung ersetzt werden. Doch auch in Zukunft werden Menschen der treibende Faktor sein, wenn es darum geht, Innovationen zu schaffen, Dienstleistungen und Produkte weiterzuentwickeln. Damit sie diesen neuen Aufgabenbereichen und Veränderungen an ihrem Arbeitsplatz gerecht werden können, sind Weiterbildungen unabdingbar. 

Immer häufiger werden Kurse und Seminare angeboten, in denen zum Beispiel Arbeitgeber lernen, ihre Mitarbeiter auf die veränderte Situation vorzubereiten. Aber auch jeder Mitarbeiter ist gefragt. Wenn es darum geht, sich mit Weiterbildung der Arbeitswelt 4.0 anpassen zu können, werden mehr und mehr Engagement und Selbstdisziplin gefordert. Aber auch die Fördermöglichkeiten für und die Varianten von Weiterbildungen sind gestiegen.

Neue Weiterbildungsmöglichkeiten über e-Learning

Mit dem Einläuten des Digitalen Zeitalters haben sich auch Weiterbildungs- und Fortbildungsmöglichkeiten verändert. Vorbei sind die Zeiten, in denen Weiterbildung in Form von Seminaren vor Ort stattgefunden hat. Stattdessen werden nun verstärkt digitale Lernformen genutzt. Die Teilnehmer müssen nicht mehr jeden Tag vor Ort sein, sondern können sich die Lerninhalte bequem von zuhause aus aneignen. Möglich wird dies etwa durch Lernvideos und Webinare.

Der weit gefasste Begriff des e-Learning setzt bereits dann an, wenn man sein Wissen selbständig erweitert, indem man sich per Internetrecherche informiert. Die Grundform des e-Learning beginnt, sobald Wikipedia-Einträge oder Online-Artikel zu Fachthemen gelesen werden. Für professionelle Weiterbildung reichen diese Maßnahmen jedoch nicht aus. Deswegen gibt es viele zertifizierte Anbieter, die Arbeitnehmer dabei unterstützen, mit den neuen Arbeitsplatzanforderungen zurechtzukommen. Auch für Arbeitgeber haben Weiterbildungen im Digitalen Zeitalter einen hohen Stellenwert. Schließlich sichern sie sich dadurch hochqualifizierte Mitarbeiter und sorgen dafür, dass ihr Unternehmen für die zukünftigen Herausforderungen gewappnet ist.

Nachfolgend stellen wir einige moderne Weiterbildungsmöglichkeiten vor. Einige von ihnen bedürfen keiner Anmeldung bei einem Weiterbildungsträger, sondern können im Alleingang ausprobiert werden.

Präsenztraining:

Das Präsenzseminar ist die klassischste Form der Weiterbildung. Obwohl sie zunehmend vom e-Learning abgelöst wird, gilt sie in weiten Teilen der Bevölkerung noch immer als beliebte Weiterbildungsmethode. Fachlich up to date bleiben oder seiner Karriere einen neuen Impuls geben – beides ist beim Präsenztraining möglich. Je nachdem, um welchen Kurs es sich handelt, findet die Wissensvermittlung an einem Standort des Anbieters statt. Vor Ort befindet sich ein Experte, der ähnlich wie in der Schule die einzelnen Themen behandelt. Meistens schließt ein solches Seminar mit einem Zertifikat ab.

Blended Learning:

Bei Blended Learning handelt es sich um eine Mischung aus Präsenzphase und e-Learning. Die Teilnehmer bereiten sich online vor und diskutieren anschließend in der Präsenzphase miteinander. Beim Lernen selbst ist man nicht gänzlich alleine, finden doch Online-Interaktionen statt. Viele empfinden den sozialen Kontakt und das Networking als hilfreich beim Lernen.

Webinare:

Webinare sind ebenfalls eine Mischform des Lernens. Der Begriff setzt sich aus den Wörtern "Web" und "Seminar" zusammen und beschreibt die Art des Lernens sehr gut. Die einzelnen Seminare werden online über das Internet besucht und sind größtenteils interaktiv ausgelegt. Der Dozent steht jederzeit für Fragen zur Verfügung. Je nach Art des Webinars, kann dieses als reine Audioübertragung stattfinden oder aber als zeitgleiche Bild- und Tonübertragung. In diesem Zusammenhang ist oftmals die Rede von "virtuellen Klassenräumen".

Lernvideos:

Weiterbildung mit freier Zeiteinteilung? Dank Lernvideos kein Problem. Experten betonen bei dieser Lernmethode vor allem, dass mehrere Sinnesreize angesprochen werden. Durch audiovisuelles Lernen verankern sich die Lerninhalte besser im Langzeitgedächtnis. Ein weiterer Vorteil: Lernvideos ermöglichen ein zeit- und ortsunabhängiges Lernen.

Microlearning:

Auch beim Microlearning profitiert man von einer freien Zeiteinteilung. Die Lerninhalte sind in mehrere Einheiten unterteilt, wovon jede nur wenige Minuten dauert. Deswegen kann diese Methode des e-Larning auch leicht in den Alltag integriert werden. So kann zum Beispiel eine neue Fremdsprache während der Fahrt zum Arbeitsplatz gelernt werden.

Adaptives Lernen:

Das auch als Ur-Form des e-Learning bezeichnete Lernen ist ideal für eine individuelle und personalisierte Wissensvermittlung. Grundlage ist eine digitale Lerneinheit, bei welcher das Nutzungsverhalten vom Computer analysiert wird. Die Lerninhalte werden der individuellen Lerngeschwindigkeit des Teilnehmers angepasst.

Augmented Reality:

Bei Augmented Reality handelt es sich um eine vom Computer erweiterte Realität. Für ein hohes Maß an Motivation sorgt die Symbiose aus modernem Spielerlebnis und innovativem e-Learning. Ein bekannter Vertreter aus diesem Bereich ist die Spiele-App "Pokémon Go", wobei bei spezifischen Weiterbildungen spielerische Elemente eine untergeordnete Rolle spielen.

Fördermöglichkeiten von Weiterbildungen

Wer sich weiterbilden möchte, kann hierfür unterschiedliche Fördermöglichkeiten in Anspruch nehmen. Sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitslose bekommen so die Chance, die Weiterbildung mit staatlicher Unterstützung zu absolvieren. 


Die bekanntesten Fördermöglichkeiten sind


Fazit: Weiterbildung auch im Alleingang sinnvoll

Weiterbildung ist längst keine Frage mehr des tatsächlichen Bedarfs. Wer seinen Arbeitsplatz sichern und sich neue Perspektiven erschließen möchte, findet dazu zahlreiche Möglichkeiten. Nicht immer muss es gleich eine zertifizierte Weiterbildung mit Abschluss sein. Hat man wenig Zeit, bieten sich auch einzelne Kurse oder das Lernen im Alleingang an. Damit Motivation und Selbstdisziplin nicht zu sehr herausgefordert werden, sollte man immer darauf achten, dass die Lernform zu den eigenen Bedürfnissen passt.

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