Zurückhaltung trotz staatlicher Kostenübernahme bei Weiterbildung

Krisenbekämpfung mit der betrieblichen Weiterbildung verknüpfen! Das war die Idee, als es bei der letzten Bundesregierung darum ging, die staatliche Unterstützung zum Arbeitsplatzerhalt mit betrieblicher Fort- und Weitbildung während der Kurzarbeit zu verbinden:

Doch die Angebote und Buchungen der Betriebe für Weiterbildungsmöglichkeiten blieben bisher weit hinter den Erwartungen der Politik zurück. Zwar ist für nahezu jeden betrieblichen Zusammenhang eine geförderte Weiterbildung möglich. Doch viele Betriebe kennen diese Möglichkeiten noch nicht und haben sich bisher auch nicht darum gekümmert, wenn die Bundesagentur ihnen eine Fördermöglichkeit mittels Weiterbildung während der Kurzarbeit bietet: http://www.arbeitsagentur.de/nn_27584/zentraler-Content/A05-Berufl-Qualifizierung/A053-Rehabilitanden/Allgemein/Arbeitgeberinformationen-Foerderung-der-.html

Fördermöglichkeiten zur betrieblichen Weiterbildung gibt es aber nicht nur bei Kurzarbeit, sondern auch wenn gering qualifizierte oder ältere Mitarbeiter eine besser Basis für Ihre arbeitsbezogene Zukunftsplanung bekommen sollen. Es kann sogar ein Berufsabschluss mit staatlichen Geldern gefördert werden; möglich ist ergänzend auch eine Verbesserung der Qualifikation für EDV-Fähigkeiten sowie die Ausbildung der Mitarbeiter für Sicherheitstechniken.

Neben der geringen Kenntnis über diese Möglichkeiten der Förderung der betrieblichen Weiterbildung hat eine Studie des TNS Infratest weitere Gründe herausgefunden, die zu einer Zurückhaltung der Betriebe beim Einsatz von betrieblichen Fortbildungsmaßnahmen während der Kurzarbeit führen.

Es fehlt den Betrieben an Beratung, die konkret aufzeigt, wie die jeweils möglichen Fördermaßnahmen auf das eigene Situation spezifisch anzuwenden ist. Außerdem erwarten die Entscheider mehr Flexibilität beim der Überlassung des Personals für die Weiterbildungsmaßnahmen. Denn die Kurzarbeit ist in den jeweiligen Abteilungen und Bereichen des Unternehmens sehr unterschiedlich strukturiert, so dass es schwierig wird, die jeweils passenden Mitarbeiter für die Fortbildung rechtzeitig freizustellen. Hier könnten aber Angebote des E-Learning hilfreich sein, vor allem dann, wem im Verwaltungsbereich ausreichend Arbeitsplätze mit Netzanschluss zur Verfügung stehen.

Schließlich gibt es noch Bedenken bei den Unternehmen, ob die Maßnahmen auch langfristig im Unternehmensinteresse Sinn machen. Es stellt sich dann das Problem, das Mitarbeiter nach der Krise eher den Job wechseln könnten oder wegen der Verbesserung der Qualifikation eine Gehaltsanpassung erwarten. Diese Bedenken sind aber oft nicht begründet, denn es ist allgemein bekannt, dass die Motivation zur Mitarbeit nach Weiterbildung steigt, denn die Mitarbeiter sehen verstärkte Möglichkeiten ihrer beruflichen Entwicklung in dem Unternehmen, dass sie gefördert hat.

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