Hochschulranking CHE wird für Deutschland wichtiger

In den Vereinigten Staaten sind Hochschulrankings eine sehr wichtigste Orientierungshilfe bei der Wahl der Universität. Auch das informelle Ranking über das Renommee der Hochschule bestimmt maßgeblich das Handeln der Studierenden (bzw. die Finanzierungsbereitschaft der Eltern) in den USA.

In Deutschland waren Rankings von Unis nur über sporadische Erhebungen der Zeitschrift Focus bisher bekannt. Dabei gibt es bereits seit 1994 das Ranking-Verfahren CHE. Denn das gemeinnützige "Centrum für Hochschulentwicklung" (CHE) mit Sitz in Gütersloh hat prominente Förderer und Unterstützer: Die Bertelsmann-Stiftung und die Hochschulrektorenkonferenz. Es handelt sich bei CHE also um eine quasi offizielle Ranking-Institution.

Das Ranking-Verfahren von CHE ist sehr breit angelegt. Anders als bei Ad-Hoc-Befragungen von Studierenden, die schnell zu einer Gesamtbewertung aufsummiert werden können, verwenden die CHE-Experten eher eine sozialwissenschaftliche Vorgehensweise. Dabei werden Befragungen und Recherchen umfassender und langwieriger angelegt. Insbesondere die Rahmenbedingungen am jeweiligen Hochschulort, die konkreten Zulassungsvoraussetzungen und die Möglichkeit von Praktika während des Studiums werden in die Ranking-Berechnung einbezogen. Man achtet also darauf, dass man verschiedene Quellen verwendet. Befragt werden sowohl die Fachbereiche wie die Studierenden. Auch Absolventen werden gezielt angesprochen, denn man möchte eine Langzeitbewertung der Hochschule bzw. des einzelnen Fachbereichs auf eine breite Basis stellen.

Die aktuellen Rankingwerte können über http://ranking.zeit.de/che10/CHE sehr einfach abgefragt werden. Zunächst gibt man über ein Formular Studienbereich und Hochschultyp und ein Ranking-Kriterium vor. Dann folgt eine Flash-Animation, wo man weitere Bewertungskriterien eingeben kann. Die Hochschulen mit dem gewählten Fachbereich werden dann nach 4 Stufen angezeigt: hohes Ranking, mittleres Ranking, niedriges Ranking, kein Ranking. So kann jeder Studieninteressierte die Hochschulen bestimmen, die seinen Profilvorstellungen am nächsten kommen.

Ob diese Abfragemöglichkeit für die Studieninteressierten bisher relevant ist, kann gegenwärtig schwer abgeschätzt werden. Studienbeginner orientieren sich häufig noch an anderen Kriterien, wie Nähe zum Heimatort und Freizeitwert der Studienstadt. Durch die Exzellenzinitiative der Bundesregierung hat sich aber ein neuer Wettstreit zwischen den Hochschulen um Anerkennung ergeben, der auch in den Medien stark reflektiert wurde. Auf diese Weise werden Qualitätsunterschiede der Hochschulen auch bei der Studienwahl stärker in den Interessenhorizont der Studierenden einbezogen. Denn sie können sich ausrechnen, dass das Studieren an einen Standort mit Exzellenzcharakter Pluspunkte bei der späteren Jobsuche bringt. Studenten, die schon vor Beginn des Studiums oder auch beim Nachdenken über einen Studienwechsel das Ranking von verschiedenen Hochschulen vergleichen, machen also im Bezug auf mögliche Pluspunkte bei einen späteren Bewerbungsverfahren keinen Fehler.

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