Körpersprache richtig im Vorstellungsgespräch einsetzen

Beim Vorstellungsgespräch oder bei der Vereinbarung von Aufträgen kommt es auf viele Faktoren an. Neben Aussehen und Kleidung spielt auch der Aspekt der Körperhaltung und der körperlichen Präsenz eine starke Rolle.

Man spricht hier auch von Körpersprache und verdeckt damit aber, dass diese (anders als die Sprache) sehr stark unbewusst funktioniert. Dies gilt für beide Seiten im Kommunikationsprozess. Oft werden unbewusst konträr zum sprachlichen Ablauf Signale übermittelt, die beide Gesprächspartner verunsichern. So kann man den Fehler machen, dass man bei der Darstellung seiner beruflichen Entwicklung diese in den höchsten Tönen lobt und zugleich eine eher wegwerfende Handbewegung machen, weil man die eigene Karriere für eher weniger bedeutend hält. Geschulte Personalverantwortliche spüren dies und nutzen die Verunsicherung, um nachzuhaken.

Nach Aussage der Personal-Experten Christian Püttjer und Uwe Schnierda ("Das große Bewerbungshandbuch", Campus-Verlag 2008) sind die Personalverantwortlichen auf das Lesen der Körpersprache der Bewerber geschult. Sie achten gezielt auf die verstecken Botschaften und wollen so eine Einschätzungsbasis für die Ehrlichkeit und Wichtigkeit des Bewerbungsvorhabens gewinnen. So sei man bei den Personalverantwortlichen der Meinung, dass "asymmetrische Körpersignale" (Abwenden, Wegschauen, Stirnrunzeln usw.) nicht nur auf Unsicherheit, sondern auf Unehrlichkeit zurück geführt werden könne.

Man sollte aber als Bewerber oder Projekt-Interessierter nicht den Fehler machen, dass man sich überlegt, wie man sich in einzelnen Gesprächssituationen körpersprachlich verhält. Das kann nur schiefgehen, denn dies würde eher zu einer Verkrampfung führen. Wichtig ist, dass man von seiner Bewerbung überzeugt ist, und diese Überzeugung auch positiv vermitteln kann. Hier überträgt sich dann die Stimmung auf die Körperhaltung und man wirkt offen auf seine Gesprächspartner. Auf seine Stimmung sollte man generell während des Gesprächs achten. Sinkt diese ab, dann läuft etwas schief. Man sollte versuchen, sich diese Gründe bewusst zu machen und dagegen Maßnahmen ergreifen.

Ebenfalls hilfreich für den Bewerber ist, wenn er auf die Körpersprache seines Gegenübers achtet. Auch dieser wird unbewusste Signale ausstrahlen, z.B. wenn ihm eine Aussage gefällt oder nicht gefällt. Im zweiten Fall sollte man die Chance nutzen, eine Frage hierzu zu stellen. Denn mit Fragen führt man das Gespräch und zeigt Initiative. Merkt man sogar eine positive körpersprachliche Reaktion, wie z.B. ein freundliches Nicken, dann sollte man seine Aussagen bekräftigen, verstärken und mit Beispielen belegen. Und direkt danach eine Pause setzen, um seinen Gesprächspartner eine verbale Reaktionsmöglichkeit zu bieten.

Im Idealfall sollte ein Gespräch wie ein Ping-Pong-Spiel ablaufen: Die Gesprächspartner sind einander zugewandt und übernehmen wechselweise die Gesprächsführung. Wenn das Gespräch in dieser Richtung verläuft, dann synchronisieren sich automatisch die körpersprachlichen Signale. Wenn man schließlich auch noch auf die üblichen Fangfragen richtig kontern kann, steht dem erfolgreichen Bewerbungsgepräch nichts mehr im Wege.

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