Mit Work-Life-Balance Arbeit und Freizeit in Einklang bringen 

"Work-Life-Balance" ist ein populäres Konzept, um auszudrücken, dass man beruflichen Erfolg unbedingt und jederzeit mit einer lebenswert gestalteten Freizeit in Einklang bringen muss, wenn man langfristig und nachhaltig Erfolg haben will.

Work-Life-Balance erfordert eine angemessene und zurückhaltende Priorisierung auf beruflichen Erfolg und beruflichen Ehrgeiz auf der einen Seite, ohne dass man Vergnügen, Freizeit, Familie und geistige Entwicklung verkümmern lässt. Work Life Balance ist also ein Konzept gegen die Zuname von beruflichem Stress, der auch im mittleren Lebensalter häufig zum Burn-Out führen kann (Vgl. http://www.dir-info.de/beruf-bildung/stress-im-beruf-was-kann-man-tun.html).

Die Idee des Work-Life-Balance wird immer wichtiger, da insbesondere durch das Internet die Trennung zwischen Arbeit und Privatleben abgenommen hat: Immer mehr private Kommunikation wird über E-Mail abgewickelt, diese werden häufig während der Arbeit abgerufen. Aber auch der umgekehrte Weg wird bedeutsam, wenn man über Handy auch in der Freizeit jederzeit von Kollegen, Chefs oder Kunden erreichbar ist.

Nach den Vorstellungen der Vertreter des Work-Life-Balance-Konzepts setzt jeder und jede je nach Lebenssituation und Lebensalter unterschiedliche Schwerpunkte und gibt unterschiedliche Antworten auf die Frage nach dem Sinn des Lebens. Insbesondere in den mittleren Lebensjahren nach dem Ende der Ausbildung und ersten Jahren der Berufserfahrung drängen aber die Erfordernisse der Karriere zu einer Überformung des Privatlebens durch berufliches Engagement. Die Arbeitszeiten pro Woche werden immer länger und auch in der Freizeit beschäftigt man sich häufig mit beruflichen Themen im Freundeskreis oder bei der Lektüre. Vielen gelingt es dann nicht mehr im Urlaub zu Entspannen und erleben auch die schönsten Urlaubsinseln überwiegend langweilig.

Work Life Balance soll von Anfang an dem entgegensteuern. Meist sieht das so aus, dass auch die Freizeit ähnlich wie die Arbeit geplant wird. Man teilt seine Zeit wie einen Kuchen ein und sorgt dafür, dass Familie, Freunde, Kultur, soziales Engagement, Vergnügen einen angemessenen Anteil an der Gesamtheit der Freizeit haben. (So in etwa beim populären Zeitmanagement-Trainer Lothar J. Seiwert: 30 Minuten für deine Work-Life-Balance. Gabal-Verlag). Das Problem bei dieser Art des Umgangs: Die Zeit des Privatlebens wird genau so verplant wie die normale Arbeitszeit. Es besteht die Gefahr, dass das Gegenteil von Work-Life-Balance erreicht wird: Stress im Urlaub und Stress in der Freizeit.

Von einigen Arbeitspsychologen und Karriere-Beratern wird daher argumentiert, dass der Gegensatz zwischen Privatleben und Arbeitsgestaltung kein richtiges Verständnis für Work-Life-Balance liefern kann. Es ist nicht möglich, einen stressigen Job mit einer verplanten Freizeit zu kompensieren. Vielmehr muss Arbeit und Freizeit so organisiert werden, dass in beiden Bereichen ein angemessenes Verhältnis von Stress und Muße möglich ist. Es kann Phasen geben, wo die berufliche Anforderung auch zeitlich sehr hoch ist. Aber auf Dauer kann man keine 80 Stunden die Woche arbeiten, deshalb benötigt man dann Zeiten mit langer Arbeitsabstinenz, beispielweise durch ein Sabbatjahr. (Vgl. http://www.dir-info.de/beruf-bildung/fortbildung-weiterbildung/das-sabbatjahr-sabbatical-fuer-weiterbildung-nutzen-und-versicherung-beachten.html).

Da Erwerbsarbeit in den meisten Fällen unverzichtbar zum Leben ist, muss also das Work-Life-Balance Konzept zunächst dort wirksam machen, um ein ausgeglichenes und angemessenes Leben zu führen.

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