Human-Potential-Index (HPI): Messung des Human-Capital-Managements

Der Erfolg bei Personalauswahl und Personalführung wird immer mehr zum Kriterium erfolgreicher Unternehmen. Deshalb wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales die Schaffung eines Messinstrumentes unterstütz, der die Kompetenzen und Erfolge der Unternehmen in diesen Bereich konkret nachvollziehbar machen soll: der Human-Potential-Index (HPI).

Der HPI liefert eine Berechnungs-Methode zur Verbesserung der Personalprozesse einschließlich der Personalberatung. Insgesamt werden zwölf Kernaufgaben bestimmt und hierzu die Merkmalsausprägungen festgelegt. Gute bzw. hohe Merkmalsausprägungen bei den einzelnen Kernaufgaben werden quantitativ bestimmt und können damit zwischen verschiedenen Unternehmen eine Vergleichsbasis liefern. Human-Capital-Management ist das Ziel dieser Arbeit, durch Verbesserung der Personalpolitik soll der Wert des Unternehmens gesteigert werden.

Folgende Kriterien werden unter anderen beim HPI berücksichtigt: Personalplanung und Personalauswahl, Personalentwicklung (z.B. innerbetriebliche Weiterbildung), Change Management als aktive Maßnahme der Einforderung von Veränderungspotentialen, Förderung der Work-
Life Balance (Ausgleich zwischen Arbeitsanforderungen und Lebensplanung), Gesundheitsförderung, Chancengleichheit und Diversity (Unterstützung unterschiedlicher Lebensentwürfe der Mitarbeiter).

Entwickelt wurde der Human-Potential-Index als Ergebnis des Forschungsprojektes zur "Sicherung von Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen durch Verbesserung qualitativer humanressourcenorientierter Kriterien". Erste Ergebnisse wurden jetzt durch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin publiziert: http://pw.wkfra.de/media/personalwirtschaft/Startseite/Vorstellung%20Human%20Potenzial%20Index.pdf

Interessant sind die Zusammenhänge zwischen wirtschaftlichen Erfolg der beispielhaft untersuchten Unternehmen und einzelnen Merkmalsausprägungen bzw. dem Gesamtwert des HPI. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass sowohl von einzelnen Indikatoren wie auch vom Gesamtwert des HPI, Rückschlüsse auf den Erfolg des Unternehmens möglich sind. Human-Capital-Management ist damit als Strategie formulierbar. Human-Capital-Management wird unter folgender Prämisse erreichbar: Wenn ein Unternehmen hinsichtlich einzelner Indikatoren und hinsichtlich des Gesamtwerts des HDI wertsteigernde Maßnahmen ergreift, dann erhöht es damit deutlich seine Chancen zur Verbesserung des wirtschaftlichen Erfolgs.

Umsetzbar ist der HDI über einen Zertifizierungsprozess. Zunächst findet eine Online-Befragung der Mitarbeiter und der Personalverantwortlichen statt. Danach werden vor Ort über Auditing (beobachtende Beratung), die Personalverantwortlichen geschult und weitere Maßnahmen zur Verbesserung des HDI unterstützt. Den Erfolg der Maßnahmen kann nach einer gewissen Zeit dann durch Mitarbeiterbefragung oder Mitarbeiterinterviews geprüft werden.

Der Human-Potential-Index ist also ein interessanter Ansatz, um die Personalpolitik in die Qualitätskontrolle betrieblicher Zertifizierungsmöglichkeiten einzubeziehen. Viele Betriebe lassen sich bereits jetzt nach ISO-Normen zertifizieren und beraten. Der HDI bietet die Möglichkeit nun auch Personalpolitik in zur Zertifizierung und zur Steigerung der Qualitätskontrolle einzusetzen.

 

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