Wirtschaftsmediation

Mediation bedeutet, dass man eine Vermittlung in Konfliktfällen anstrebt; Wirtschaftsmediation ist also die Vermittlung von Konflikten im Bereich der Wirtschaft, also zwischen Arbeitgeber und Mitarbeitern oder zwischen verschiedenen Geschäftspartnern. Wirtschaftsmediation soll zu einer friedlichen und für beide Seiten akzeptablen Konfliktlösung führen.

Auch im Bereich der Ausbildung zur Mediation spielt die Wirtschaftsmediation eine wichtige Rolle. Mediation steht auch im Bereich der Wirtschaft für alle Verfahren, bei denen durch freiwillige Zusammenarbeit unterschiedlicher Interessenlagen eine Konfliktlösung herbeigeführt werden soll. Erfolgreiche Wirtschaftsmediation spart viel Zeit und Nerven für beide Seiten, denn die alternativen Konfliktlösungsmöglichkeiten über juristische Verfahren sind sehr langwierig und damit sehr teuer. Wirtschaftsmediation wird auch deshalb immer interessanter, weil Rechtschutzversicherungen die Mediation unterstützen.

Die Wirtschaftsmediation unterscheidet sich nicht sehr stark von anderen Verfahren der Mediation. Auch hier müssen zu Beginn des Mediations-Prozesses die unterschiedlichen Sichtweisen der Beteiligten wechselseitig aufgeklärt werden. Allerding sind stärkere Anforderungen an den Mediator bei der Wirtschaftsmediation zu stellen, insbesondere wenn es um komplexe Streitigkeiten mit betriebswirtschaftlichen oder juristischen Hintergründen geht. Auch die Unterschiedlichkeit der Konfliktpartner erfordert bei der Wirtschaftsmediation eine spezifische Anpassung in der Vorgehensweise, denn Endkunden werden ein anderes technisches Verständnis haben als Geschäftspartner.

Grundsätzlich gibt es drei Ebenen, in denen Wirtschaftkonflikte auftauchen und die durch Wirtschaftsmediation zu einer Lösung geführt werden.
1. Innerhalb eines Unternehmens zwischen Mitarbeiter und Vorgesetzten und zwischen den Mitarbeitern untereinander liegt eine Ebene der Mediation in der Wirtschaft. Hier ist das Stichwort Mobbing schnell im Focus des Interesses, obwohl viele Konflikte deutlich unterhalb dieser Schwelle liegen. Für den Mediator ist es auch wichtig, solche Etikettierungen zu vermeiden und bei den Konfliktparteien zu einer rationalen Konfliktsicht zu sorgen. Gibt es eine Interessenvertretung im Unternehmen, dann ist es sehr wichtig, dass diese in die Verfahren der Wirtschaftsmediation eingebunden wird. Dies erhöht die Akzeptanz bei der Lösung von Konflikten.
2. Auch zwischen unterschiedlichen Unternehmen können Auseinandersetzungen entstehen, die durch Wirtschaftsmediation friedlich lösbar sind. Dies können Zahlungsstreitigkeiten sein, die über unterschiedliche Qualitäten von Lieferungen entstanden sind. Wirtschaftmediation funktioniert hier, wenn sich beide Seiten auf einen Mediator oder Schlichter einigen können und diesem auch hinreichende Kompetenz zur Findung der Lösung verschaffen.
3. Zunehmend wichtiger im Zeitalter der Globalisierung wird die Wirtschaftsmediation zwischen Unternehmen und Endverbrauchern. Denn diese sind oft räumlich weit entfernt, wenn sie beispielsweise ihre Geschäfte über das Internet abwickeln. Damit geht ein Verlust an Kontakt einher, der konfliktverschärfend sein kann. Der Mediator sorgt mit Kompetenz dafür, dass die unterschiedlichen Sichtweisen zum Konflikt wechselseitig beiden Seiten deutlich werden und macht auch am Ende des Prozesses Vorschläge zur Konfliktlösung.

Wirtschaftsmediation ist ein interessantes neues Arbeitsfeld für Juristen und Betriebswirtschaftler, die ihre Aufgaben im Unternehmen ausweiten wollen.

 

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