Gibt es sinnvolle Beschäftigungsangebote für ältere Arbeitnehmer? Rente erst mit 67 oder 69

Jahrzehntelang war es klar: Nach 65 Lebensjahren bekommt man seine Rente und lebt ab diesem Zeitpunkt von einer staatlichen gesicherten Transferleistung, für die man auch lange viel Geld eingezahlt hat. Allerdings ist für staatliches Handeln hier ein Problem entstanden.

Einerseits weil der Anteil der Rentner an der Gesamtbevölkerung laufend steigt, anderseits weil diese deutlich länger als früher leben, also einen deutlich höheren Anteil an Transferleistungen benötigen.

Deshalb hatte die Große Koalition bereit 2006 beschlossen, dass der Eintritt ins Rentenalter Schritt für Schritt in Richtung des 67. Lebensjahres verschoben wird. Das Problem ist nur: für die Jahre vor Beginn der Rente gibt es relativ wenige Beschäftigungsangebote. Bereits heute, wo noch ein offizielles Renteneintritts-Alter von 65 Jahren gilt, ist das tatsächliche Renteneintritts-Alter deutlich niedriger. Ohne neue Beschäftigungsangebote für ältere Arbeitnehmer wird sich daran wohl kaum etwas ändern. Eine Rente mit 67 (oder mit 69 wie von einigen gefordert wird), führt dann lediglich zu Kürzungen der Rentenhöhe.

Vom zuständigen Bundesministerium für Arbeit und Soziales wird es auch abgelehnt, über Ausnahme-Regelungen nachzudenken, denn damit würde man bestimmte Arbeitnehmergruppen privilegieren. Allerdings bietet man dort mit dem Konzept "Perspektive 50plus - Beschäftigungspakte für Ältere in den Regionen" eine Alternative für Beschäftigungsangebote für ältere Arbeitnehmer (Vgl. http://www.perspektive50plus.de/perspektive_50plus/bundesprogramm/index_ger.html).

Tatsächlich richtet sich dieses Projekt nur an ältere Arbeitnehmer, die arbeitslos geworden sind oder werden könnten. Für diese sind über die Bundesagentur für Arbeit auch weitere Möglichkeiten der Förderung gegeben, wenn es darum geht, dass Arbeitgeber entlastet werden soll, um neue Beschäftigungsangebote für Ältere zu schaffen. Ältere Arbeitnehmer, die eine Arbeitslosigkeit durch Übernahme einer geringer bezahlten versicherungspflichtigen Beschäftigung vermeiden oder beenden, erhalten befristet einen Zuschuss zum Lohn oder Gehalt und auch einen Zuschuss zur gesetzlichen Rentenversicherung. Dieses Angebot der Bundesagentur für Arbeit gilt auch für Mitarbeiter, die noch beschäftigt sind, wenn der Arbeitgeber deutlich machen kann, dass er sonst den Mitarbeiter kündigen müsste. Eigentlich ein starker Anreiz für Arbeitgeber, die Kosten zu senken und gleichzeitig ältere Mitarbeiter auf anderen Arbeitsplätzen weiter zu beschäftigten.

Artikelinformationen