Auch bei der Existenzgründung kann man aufs Arbeitsamt zurückgreifen

Existenzgründung (mit oder ohne Förderung durch das Arbeitsamt) das bedeutet: unternehmerische Selbständigkeit. Eine Existenzgründung ist immer noch ein interessanter Weg, wenn man es vorzieht, freiberuflich oder selbständig tätig zu werden. Denn man ist sein eigener Chef und hat alle Kompetenzen in der Hand, sich auf die Interessen seiner Kunden zu beziehen und dort mit erfolgreichen Waren und Dienstleistungen zu punkten.

Eine Existenzgründung kann auch ein geeigneter Weg sein, der Arbeitslosigkeit zu entkommen. Denn das Arbeitsamt (offiziell heute Bundesagentur für Arbeit genannt) fördert mit einem Zuschuss jede Existenzgründung, die dazu führt, dass man nicht mehr Geld vom Arbeitsamt bekommen muss.

Voraussetzung der Förderung einer Existenzgründung durch das Arbeitsamt ist lediglich der Bezug von Arbeitslosengeld I. Bereits am ersten Tag der Arbeitslosigkeit könnte man beim Arbeitsamt einen Antrag auf Förderung der Existenzgründung stellen. Dies ist jedoch nicht zu empfehlen, denn eine Existenzgründung benötigt einen längeren Vorlauf. Man sollte aber bereits im ersten Gespräch mit seinem Sachbearbeiter beim Arbeitsamt den Wunsch nach Existenzgründung deutlich werden lassen. Dieser wird auch im Interesse des Arbeitsamtes dies berücksichtigen und zur Unterstützung der Existenzgründung eine Fortbildungsmaßnahme anbieten. Auch deren Kosten werden vom Arbeitsamt übernommen.

Insbesondere dann, wenn beim Arbeitsamt schlechte Aussichten auf Vermittlung in eine angestellte Tätigkeit bestehen, wird dann vom Arbeitsamt die Existenzgründung gezielt gefördert. Die Seminare oder Coaching-Angebote über das Arbeitsamt können sehr unterschiedlich gestaltet sein. So sind Existenzgründungs-Veranstaltungen mit mehreren Wochen Dauer vorstellbar, bei denen Schritt für Schritt die Existenzgründung konzeptuell auf die Schienen gesetzt wird. Für die zukünftige Existenzgründung werden alle relevanten Infos zum Businessplan, Steuern, Versicherung vermittelt; wichtige Informationen, die für den Erfolg der Existenzgründung genutzt werden können und die auch beim späteren Antrag gegenüber dem Arbeitsamt nachgewiesen werden müssen.

Soll die Existenzgründung vom Arbeitsamt gefördert werden, dann ist der 91. Tag vor dem Ende des Bezugs von Arbeitslosengeld I der entscheidende Stichtag. Hier muss der Antrag auf die Existenzgründung spätestens beim Arbeitsamt eingereicht werden. Stimmt das Arbeitsamt dem Antrag auf Existenzgründung zu, dann erhält der Existenzgründer zunächst neun Monate einen Existenzgründungs-Zuschuss in Höhe des Arbeitslosengeldes zuzüglich 300 Euro für seine Sozialversicherung. Während dieser Phase des Beginns der Existenzgründung darf er beliebig viel Geld dazuverdienen, ohne dass das Arbeitsamt hierfür Zuschüsse reduziert. Im Gegenteil, je mehr Umsatz er macht, desto eher ist das Arbeitsamt geneigt, dem Existenzgründer für weitere 6 Monate den Zuschuss in Höhe von 300 Euro zu zahlen.

Eine Existenzgründung durch das Arbeitsamt zu fördern, ist also nicht schwierig.

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