Zu jedem Businessplan gehört ein Finanzierungsplan 

Jeder Existenzgründer braucht einen Businessplan, beispielsweise wenn er das Gründungsvorhaben gegenüber einem Kapitalgeber mit dem Businessplan plausibel machen will. Komplett wird der Businessplan erst, wenn ein mit konkreten Zahlen und Daten versehener Finanzierungsplan zum zentralen Bestandteil gemacht wird. Der Gründer muss für seinen Businessplan also konkrete Planungsdaten für die unberechenbare Zukunft bestimmen.

Im Finanzierungsplan werden die zukünftigen Erträge und Kosten des Gründungsprojekts gegenübergestellt und es muss sich eine positive Differenz ergeben, die auch geeignet ist, dem Gründer die Lebensexistenz zu sichern. Dies gilt zumindest für einen Businessplan, der für eine Vollzeit-Geschäftsgründung vorgesehen ist. Solch ein Businessplan ist die Regel, aber es gibt auch Fälle, bei denen ein Finanzierungplan für eine Nebenerwerbs-Geschäftsgründung zu erstellen ist. Hier sollten die Zahlen im Finanzierungplan beim Businessplan auch zu einem positiven Geschäftsergebnis führen; dieses muss aber nur einem Beitrag zur Existenzsicherung des Gründers liefern.
Einfacher findet man die Zahlen im Businessplan für die zukünftigen Kosten im Finanzierungsplan. Denn die Miete, die Bürokosten und Personalkosten für unvermeidliche Verwaltungstätigkeiten stehen sehr langfristig fest. Bei den Kosten unterscheidet man auch im Finanzierungsplan des Businessplans zwischen fixen Kosten und variablen Kosten. Die variablen Kosten stehen im direkten Verhältnis zum Umsatz der Gründung und brauchen nur annähernd und grob für den Finanzierungsplan geschätzt zu werden, weil für den Leser beim Businessplan klar erkennbar ist, dass diese Kosten vom Verkaufserfolg direkt abhängen.
Dieser Verkaufserfolg sollte im Businessplan zunächst nur qualitativ begründet werden: Worin besteht das Alleinstellungsmerkmal der Gründung und wie kann kaufkräftige Nachfrage generiert werden? Liegen hier gute Argumente im Businessplan vor, dann ist es auch nachvollziehbar, dass hierfür dann konkrete und plausible Schätzwerte in den Finanzierungplan aufgenommen werden. Solche Daten im Finanzierungplan können nicht mir wissenschaftlicher Strenge abgeleitet werden. Sie sollten aber plausibel in Bezug auf die Möglichkeiten des Gründers bestimmt werden. So macht es keinen Sinn, im Finanzierungsplan Umsatzzahlen anzusetzen, die allein vom zeitlichen Aufwand her nicht vom Gründer allein zu leisten sind. Geht man von solchen Zahlen aus, dann ist es nur konsequent, wenn entsprechende Personalkosten als zusätzliche variable Kosten in den Finanzierungplan aufgenommen werden.
Der Finanzierungplan im Businessplan muss spätestens im dritten Jahr der Gründung zu einem Überschuss führen, der auch die Lebensexistenz des Gründers sichert. Wer diesen Finanzierungplan noch weiter konkretisieren will, der auch berechnen, zu welchem fiktiven Stundenlohn des Gründers der Businessplan führt. Diese Zahl im Finanzierungplan ist für Nebenerwerb-Gründungen sehr relevant, denn man kann mit dieser Zahl erkennen, ob der Businessplan lohnend im Vergleich zu einer zusätzlichen angestellten Nebentätigkeit ist.

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