Die Ein-Euro-GmbH: Mini-Gründung und maximaler Ertrag?

Die Gesellschaft ist in einem ständigen Wandel begriffen und mit ihr auch die Möglichkeiten eine eigene Firma zu gründen. Nach Auslaufen der Ich-AG hat die deutsche und europäische Gesetzgebung nun den Schritt in eine andere Richtung gewagt: Die 1-Euro-GmbH, auch Mini GmbH genannt.

Hier darf die davor benötigte Stammeinlage von 25.000 Euro unterschritten werden. Dass es praktisch ein Euro ist, der mindestens eingebracht werden muss, liegt an der Tatsache, dass entsprechende gesetzliche Vorgaben Mindesteingaben in Euro-Beträgen fordern. Ziel ist es unter anderem, die Gründungsvoraussetzungen zu erleichtern und damit auch ein Abwandern von Gründern in Länder zu verhindern, wo solche oder vergleichbare Unternehmensgründungen einfacher sind.

Insofern können nun Existenzgründungen in Form einer haftungsbeschränkten Unternehmergesellschaft vorgenommen werden, ohne dass allzu hohes Stammkapital notwendig wäre. Unabdingbar ist aber dennoch, dass bei der Gründung der notwendige Bedarf an Kapital und Liquidität vorhanden bzw. abrufbar sein sollte. Das notwenige Bargeld, um Rechnungen (Miete, Ware, eventuell Personal, etc.) bezahlen zu können, muss gegeben sein, um nicht schon bei der Gründung insolvent zu sein. Auch sollten die eigentlichen Gründungskosten - also Gebühren für die Handelsregistereintragung und für den Notar - nicht vergessen werden. Diese liegen aufgrund der Kostendeckung für das Handelsgericht bei einer 1-Euro-GmbH ebenso hoch wie bei einer herkömmlichen GmbH mit einer Mindeststammeinlage von 25.000 Euro, also bei 100 Euro Eintragungs- und 240 Euro Veröffentlichungskosten , Gebühren für die Beglaubigung durch einen Notar nicht inbegriffen. Es gibt jedoch politische Bestrebungen diese Kosten inklusive der Gebühren für einen Notar, auf etwa die Hälfte zu senken.


Das Mini GmbH Starterpaket des Bundes gibt Interessierten alle notwendigen Formulare (Musterprotokoll, Handelsregisteranmeldung, Bestellung des Geschäftsführers, Liste der Gesellschafter) an die Hand und informiert weiterhin darüber, dass beispielsweise nur Bareinlagen und keine Sacheinlagen möglich bzw. notwendig sind. Weiterhin muss vor der Gründung beachtet werden, dass 25% des Gewinns als Rücklagenbildung bis zum Erreichen von 25.000 Euro- also dem Stammkapital einer herkömmlichen GmbH - eingesetzt werden müssen. Erst danach dürfen sämtliche gewinne in Stammkapital umgewandelt und damit der Status einer normalen GmbH angestrebt werden.

Dies ist jedoch nicht unbedingt im Sinne der Gesetzgebung, möchte diese doch vor allem die Gründung der Mini-GmbHs und nicht zwangsläufig die Umwandlung in gewöhnliche GmbHs fördern. Ein Umwandlungszwang käme mitunter dem Gegenteil zugute, nämlich dass viele Interessierte gegenüber dieser Verpflichtung doch keine Mini-GmbH gründen würden.

Auf gesamteuropäischer Ebene soll ab 2010 die Societas Privata Europaea (SPE), die Europäische Privatgesellschaft, ähnliche Züge tragen und Erleichterungen bzw. Anreize für Kleinunternehmer bringen.

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