Kritikfähigkeit ist gefragt Erfolgreich nach dem Studium ein StartUp gründen

Nach dem Studium stehen viele Absolventen vor der Zukunftsfrage: Sollen sie sich bei Unternehmen oder dem Staat bewerben? Nehmen sie erst einmal eine Auszeit? Oder sollen sie sich mit einem StartUp selbstständig machen? Immer mehr ehemalige Studierende entscheiden sich für die letzte Variante und gründen ein eigenes Unternehmen. Allerdings ist die Zahl der gescheiterten Versuche enorm.

Wie das statistische Bundesamt mitteilte gehen deutlich mehr als die Hälfte aller Neugründungen schon im ersten Jahr wieder in die Knie. Einige Tipps sollen helfen, dieses Schicksal zu vermeiden.

Der Markt bestimmt die Geschäftsidee - nicht die eigenen Interessen

Viele Jungunternehmer lassen sich von den eigenen Interessen bei der Gründung des StartUps leiten und berücksichtigen nicht das Marktumfeld. Generell eignet sich der eCommerce-Bereich besonders gut für ein eigenes Unternehmen. Immer wieder versuchen neu gegründete Firmen allerdings, ein eigenes Social-Network aufzubauen. Das Scheitern ist vorprogrammiert. Wesentlich sinnvoller ist es, sich auf einen speziellen Bereich zu konzentrieren, der bislang gar nicht oder nur kaum erfasst ist. In den Jahren 2010 und 2011 gab es beispielsweise einen Boom bei den Social- und Online-Games. Viele der StartUps von damals sind heute etablierte und große Unternehmen. Bei der Geschäftsidee gilt es deshalb, eine besondere Kritikfähigkeit zu beweisen. Ist die Idee wirklich gut und kann sie am Markt bestehen?

Die Branche muss beraten

Letztlich kann man dies nicht alleine wissen. Man sollte sich deshalb Tipps zur Gründung aus der Branche einholen. Auf diese Weise können zugleich erste Kontakte geknüpft werden. Es macht dabei keinen Sinn, direkte Konkurrenten anzuschreiben, denn diese werden nicht helfen. Aber Unternehmen aus benachbarten Geschäftsfeldern sind in der Regel auskunftsbereit: Im Bereich der Social Games fragte Facebook sogar einige Unternehmen im Jahr 2010 persönlich an, ob diese nicht Interesse an einer Partnerschaft hätten. Absolventen der Wirtschaftswissenschaften können auch bei ihren ehemaligen Professoren Rat suchen. Diese sind häufig noch selbst in der Branche aktiv und können so nicht nur direkte Hilfestellungen geben, sondern Kontakte vermitteln.

Das richtige Team muss gefunden werden

Nach dem Finden einer guten Idee und dem Knüpfen der passenden Kontakte gilt es, ein Team aufzubauen. Dieser Schritt erfolgt erst jetzt, weil nun klar ist, in welche Richtung das StartUp arbeiten wird. Die Mitarbeiter können so nach Qualifikationen ausgesucht werden, um eine Mannschaft aufzubauen, die maßgeschneidert sitzt. Über die Kontakte erhält man nicht selten erste Mitarbeiterempfehlungen. Die wichtigste Kraft in der Anfangszeit ist der neue Herr über die Zahlen: So gut wie jedes StartUp benötigt einen Kredit und muss Investoren anlocken. Es müssen daher Kostenpläne, Geschäftskonzepte und Umsatzerwartungen verfasst werden. Viele ehemalige Studenten sind der Überzeugung, dies nach der universitären Ausbildung alleine zu können. Hier gilt allerdings die Regel: Die Bank verzeiht keine Fehler. Der erste Blick von allen potenziellen Geldgebern geht dahin, ob die Geschäftskonzepte seriös, einheitlich und belastbar abgefasst worden sind. Ist dies nicht der Fall, so ist es praktisch unmöglich, einen Geldgeber zu finden. Parallel muss an passenden Demos gearbeitet werden. Deren Zahl sollte deutlich größer als eins sein. Interessierte Investoren erkundigen sich stets danach, ob sie schon einmal sehen könnten, womit das StartUp am Markt erfolgreich sein möchte.
 

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