Krankenversicherung für Selbstständige 

Sucht man als Selbstständige/r nach der optimalen Krankenversicherung, wird man schnell feststellen, dass man einerseits zwar die Wahl zwischen einer der Mitgliedschaft in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) oder eben in der Privaten Krankenversicherung (PKV) hat, sich andererseits jedoch mit der großen Vielfalt der bestehenden Tarife und Möglichkeiten zusätzlicher Absicherung im Krankheitsfall beschäftigen muss.

Als Mitglied in der GKV haben Selbstständige zumindest seit 01.09.09 bei Zahlung des allgemeinen Beitragssatzes das Anrecht auf Tagesgeld im Krankheitsfall, dies jedoch erst ab der siebten Woche der Nichterwerbsfähigkeit. Möchte man bereits ab dem ersten Tag Krankentagegeld beziehen, muss eine gesonderte Police abgeschlossen werden, wobei es hier auch unterschiedliche Staffelungen gibt.

Der Beitrag zur GKV angeht ist abhängig von den (nachzuweisenden) Einnahmen aus der Selbstständigkeit. Der ermäßigte Beitragssatz von 14,3 % plus Pflegeversicherung in Höhe von 0,9% gilt für Einnahmen, die unterhalb der aktuellen Beitragsbemessungsgrenze von 3750 Euro/Monat liegen, mindestens jedoch bei 1863,75 Euro/Monat. Sind die Einnahmen aus der Selbstständigkeit jedoch noch geringer, wird als Bemessungsgrundlage eine monatliche Pauschale von 1245,50 Euro gewählt.

Der Vorteil bei höheren Einnahmen ist, dass alles, was die aktuelle Beitragsbemessungsgrenze überschreitet, im Sinne der Versicherungsfreiheit von Kranken- und Pflegeversicherung nicht mehr berücksichtigt wird.

Wählt man als Selbstständige/r die Mitgliedschaft in einer PKV, so kann sich dies auch bei geringeren Einnahmen lohnen. So müssen nämlich alle PKV seit 01.Januar 2009 einen Basistarif anbieten, dessen Leistungskatalog vergleichbar sein muss mit jenem der gesetzlichen Krankenversicherung. Eine Ausnahme ist hier jedoch, dass anders als in der GKV Familienmitglieder nicht kostenlos mitversichert werden können. Andererseits müssen Selbstständige in der PKV keine Risikozuschläge oder eben Leistungsausschlüsse mehr fürchten und können auch zurück in die GKV wechseln, sofern sie ihre Selbstständigkeit aufgeben.

Wichtig zu erwähnen ist schließlich noch, dass wenn man sich selbstständig macht, wie aber auch als Angestellter den gezahlten Basistarif bzw. Kosten für die Gesundheitsgrundversorgung voll von der Steuer absetzen kann. Dabei gilt für Selbstständige ein Höchstbetrag von 2800 Euro im Jahr, wobei dieser Betrag auch dann mithilfe von sonstigen Vorsorgeaufwendungen (also beispielsweise Beiträge zur Arbeitslosen-, Unfall-, Haftpflicht- und Lebensversicherung) ausgeschöpft werden kann, wenn die tatsächliche Grundversorgung unter 2800 Euro/Jahr liegt. Liegt sie darüber, kann auch dieser Betrag in voller Höhe steuerlich geltend gemacht werden, nur dass dann die Möglichkeit der Geltendmachung von sonstigen Vorsorgeaufwendungen entfällt. Diese im Rahmen des
Bürgerentlastungsgesetzes bzw. des Gesetzes zur verbesserten steuerlichen Berücksichtigung von Vorsorgeaufwendungen in Kraft getretene Regelung wird weiterhin durch eine entsprechende Günstigerprüfung seitens des zuständigen Finanzamtes unterstützt. So entscheiden die Finanzbehörden aufgrund der eingereichten Steuererklärung, welche Regelung für den Versicherten günstiger ist.

 

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