Nebenerwerb und Steuern 

Eine spannende Frage ist es, ob man bei einem Nebenerwerb auch für diesen Steuern zahlen muss, wenn man bereits im Haupterwerb oder in der Haupttätigkeit kräftig vom Finanzamt geschröpft wird. Dabei ist der Begriff des Nebenerwerbs meist auf eine selbständige oder gewerbliche Tätigkeit ausgerichtet, bei der man für die Steuern-Abführung auch selbst verantwortlich ist.

Bei einer Nebentätigkeit, die ordnungsgemäß über die Lohnbuchhaltung eines Betriebes läuft, sorgt der Arbeitgeber schon dafür, dass die Steuern (und die Sozialabgaben) richtig abgeführt werden.
Allerdings ist es interessant, den Nebenerwerb mit dieser Art der Nebentätigkeit zu vergleichen. Denn der Arbeitgeber kann diese Art des Nebenerwerbs über die Rechtslage zum "Minjob - 400 Euro Job" frei von Steuern und sonstigen Abgaben für den Mitarbeiter gestalten. Hier zahlt der Arbeitgeber die Steuern (und die Sozialversicherung) pauschal. Solche Einnahmen aus dieser Art von Nebenerwerb als 400-Euro-Job kann man also von der eigenen Verpflichtung zum Zahlen von Steuern freihalten, vorausgesetzt man praktiziert dieses Modell des Steuern-Sparens nur für einen Job als Nebenerwerb.
Anders sieht das in Bezug auf die Steuern aus, wenn man den Nebenerwerb als selbständige Tätigkeit ausübt. Hier sind sämtliche Einnahmen/Gewinne aus dem Nebenerwerb steuerpflichtig; man kann aber zur Senkung der Steuern auch jede Art von Werbungskosten geltend machen, die mit dem Nebenerwerb verbunden sind. Zur Senkung der Steuern aus dem Nebenerwerb kann man gesonderte Fahrtkosten oder gesonderte Aufwendungen (Hilfsmittel wie Computer oder Schreibtisch) nach den üblichen Regeln des Steuerrechts verwenden.
Das komplizierte Recht der Erhebung von Steuern auf den selbstständigen Nebenerwerb kann dadurch vereinfacht werden, dass man gegenüber dem Finanzamt die Kleinunternehmerregelung beansprucht. Damit spart man sich den Aufwand ein, der mit der Erhebung der Mehrwert- oder Umsatz-Steuern verbunden ist. Allerdings muss man für die Nutzung dieser Einsparmöglichkeit an Steuern mit dem Umsatz (nicht Gewinn) unter 17.500 Euro pro Jahr bleiben.
Zur Deklaration der Steuern auf Einkommen aus dem Nebenerwerb muss man mit der Einkommenssteuer-Erklärung die Einkünfte aus Gewerbebetrieb bzw. freiberuflicher Tätigkeit in gesonderten Anlagen zur Berechnung der Steuern dem Finanzamt deklarieren. Hierzu gehört auch eine Einnahmen-Ausgaben-Überschussrechnung, die deutlich einfacher zu erstellen ist, als die doppelte Buchführung, die die meisten normalen Unternehmen nicht nur zur Berechnung der Steuern praktizieren müssen.
Steuern aus Nebenerwerb: Man muss sie zahlen, hat aber als Kleinunternehmer viele Gestaltungsmöglichkeiten, um den Bürokratie-Aufwand zur Bestimmung der Steuern aus dem Nebenerwerb zu beschränken.

Ihre Artikel Bewertung:
Bitte wählen Sie einen Stern

Durchschnitt: 5.0 / Prozent: 100% , Stimmen: 1

Artikelinformationen