Selbstständigkeit und Existenzgründung in der Krise

Wer gerne selbstständig arbeiten möchte, stellt diesen Wunsch unter Umständen zurück, wenn er noch einen einigermaßen gut bezahlten Job hat. Denn hier hat er hohe soziale Sicherheit, kann auch mal krank werden und genießt bezahlten Urlaub. Dafür nimmt er es dann hin, dass er bei der Auswahl und der Umsetzung von Arbeitstätigkeiten einem mehr oder weniger starken Reglement unterliegt. Zwar gibt es auch eine Absicherung gegen Arbeitslosigkeit, doch schon nach relativ kurzer Zeit drohen Bedürftigkeitsprüfung und "Ein-Euro-Jobs".

Wer also motiviert ist, sich über eine Existenzgründung Gedanken zu machen, bei dem wird dieser Wunsch nach Selbständigkeit durch eine abzeichnende Krise des Arbeitgebers möglicherweise noch verstärkt. Denn bevor man arbeitslos wird, hätte man die Chance mit einem neuen Konzept eine neue Lebensperspektive zu gewinnen. Obwohl man meist davon ausgeht, dass in der Krise Existenzgründungen schwieriger sein müssen, trifft das in dieser Allgemeinheit nicht zu. Denn viele Unternehmen und auch Privatpersonen müssen bedingt durch die Krise Veränderungen vornehmen und suchen nach kostengünstiger Alternativen für Dienstleistungen. Diese Marktchancen gilt es zu recherchieren und mit eigenen Möglichkeiten in Zusammenhang zu bringen.

Damit dies aber erfolgreich angegangen werden kann, braucht man ein gutes Konzept und muss auch die Rahmenbedingungen für eine Unternehmensgründung gründlich recherchieren. Hierzu gibt eine Vielzahl von Fachliteratur, Einstiegskurse bei Volkshochschulen und sonstigen Bildungseinrichtungen und Websites. Hilfreich sind auch private Kontakte zu Existenzgründern und Selbstständigen, selbst wenn diese nicht direkt im geplanten Kompetenzbereich tätig sind, denn viele Anforderungen für Existenzgründer sind für alle Kompetenzbereiche ähnlich; z.B. Fragen des Steuerrechts oder der notwendigen Versicherungen.

Eine aktuelle Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (eine Einrichtung der Bundesagentur für Arbeit) zeigt auf, dass Deutschland im internationalen Vergleich immer noch sehr wenige Unternehmensgründungen aufweist. Dies bedeutet, dass trotz hohen Innovationsdrucks in den Unternehmen nur relativ wenig neuartige Kooperationsangebote verfügbar sind. Wenn man also über ein solides Know-how verfügt und Konzepte oder Ideen hat, wie man den Unternehmen in der Krise neue Chancen oder Kosteneinsparungen anbieten kann, dann sind die Aussichten auf eine erfolgreiche Unternehmensgründung sehr gut.

Als Beispiel für einen Ansatz ist der immer noch sehr starke Wachstumstrend im Internet, was Social Media oder soziale Netzwerke angeht. Immer noch sind viele Websites von kleinen bis großen Unternehmen völlig an diesem Trend vorbeigegangen und haben dringenden Nachholbedarf. Wer sich mit diesen neuen Internet-Techniken gut auskennt und auch Ideen hat, wie sie unternehmenspraktisch umsetzbar sind, der hat gute Aussichten im notwendigen Innovationsprozess seiner Kunden hilfreich bis unersetzbar zu werden und sich so selbstständig im Internet zu machen.

Ein guter Einstieg für Existenzgründer ist der Gründungszuschuss der Bundesagentur für Arbeit. Diesen können aber nur arbeitslose Arbeitslosengeld I Empfänger beanspruchen. Allerdings ist schon jetzt erkennbar, dass deren Zahl im Herbst und Winter ansteigen könnte, wenn die Überbrückungsstrategie der Bundesregierung mit dem Kurzarbeitergeld sein Ende findet. Deshalb ist es kein Fehler sich bereits jetzt auf eine mögliche Arbeitslosigkeit einzustellen und für die Gespräche mit seinen zukünftigen Fallmanager einen Plan B in der Hinterhand bereit zu halten: Selbstständigkeit oder Existenzgründung in der Krise. Und so könnte es dann weitergehen: Selbstständig machen

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