Selbstmanagement 

Das Selbstmanagement setzt noch weitergehende Ansprüche an die Lebensplanung als das Zeitmanagement. Beim Zeitmanagement werden die zugrunde liegenden Aufgaben des Lebens als bestimmbar vorausgesetzt. Beim Selbstmanagement wird noch tieferliegend gefragt, wie man denn zu den Zielen oder Aufgaben kommt, die man sich für den Rest des Lebens zu setzen wünscht.

Selbstmanagement geht also davon aus, dass man hier Spielräume hat und diese auch zur eigenen Lebensgestaltung nutzen will.
Hintergrund der Selbstmanagement-Anforderung ist die gesellschaftliche Entwicklung, die die Individuen aus herkömmlichen Abhängigkeiten gelöst hat. So war es früher üblich, dass die Familiensituation weitgehend bestimmt hat, welche Aufgaben der Heranwachsende später zu lösen hat. Sowohl für den Bauernsohn, wie für die Bauerstocher stand fest, welche der wenigen Möglichkeiten für Selbstmanagement zu wählen waren. Doch innerhalb des letzten Jahrhunderts sorgte der soziale Wandel dafür, dass Selbstmanagement notwendig wurde, denn die Biographie war nicht mehr durch soziale Rahmenbedingungen ausreichend vorherbestimmt. Dieser Prozess hat sich in den letzten Jahren und Jahrzenten (Stichwort Globalisierung) noch verstärkt.
Selbstmanagement beginnt also bereits während der Schulzeit, wo heute von den Kindern und Jugendlichen erwartet wird, dass sie ihre berufliche Zielsetzung selbst finden. Dieses Selbstmanagement bleibt auch aber nach der beruflichen Ausbildung eine ständige Aufgabe, denn die beruflichen Situationen sind einem ständigen Wandel unterworfen. Bereits in den 1960er-Jahren ging man davon aus, dass man etwa drei- bis viermal im Leben die Berufsperspektive wechseln muss. Berufliches Selbstmanagement ist also eine ständige Herausforderung.
Die Anforderung von Flexibilität und damit von Selbstmanagement zeigt sich aber auch in privaten Handlungsvollzügen. Das herkömmliche Modell mit Familiengründung und lebenslanger Partnerschaft ist weitgehend überlebt. Nicht nur steigende Scheidungszahlen, sondern auch vielfältige alternative Lebensentwürfe fordern regelmäßiges Selbstmanagement des Privatlebens (Stichwort Patchworkfamilie).
Ansatzpunkte von Selbstmanagement findet man im Lebenszielkonzept, wie es beispielsweise durch die Transaktionsanalyse formuliert wird. Aber auch in der Timeline-Konzeption der neurolinguistischen Programmierung (NLP) findet man die Idee wieder, dass man vom großen Lebensziel her sein Selbstmanagement planen soll. Andere Ansätze gehen davon aus, dass dies so nicht funktioniert und Selbstmanagement vor allem die Bereitschaft von Neulernen und Umlernen und der laufenden Anpassung an veränderte Situationen bestimmt wird.

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