Selbstverwaltung 

Selbstverwaltung ist einerseits ein juristischer Begriff, anderseits aber auch ein Schlagwort in der politischen Diskussion. Als juristischer Begriff hebt Selbstverwaltung darauf ab, dass Aufgaben in die Verantwortung von Untereinheiten abgegeben werden. Selbstverwaltung findet sich so im Grundgesetz wieder, wo staatliche Gewalt über die Bundesländer an die Gemeinden abgegeben werden.

So haben die Bundeslänger in Deutschland eine kulturelle Selbstverwaltung, während die Gemeinen im beschränkten Rahmen über eine kommunale Selbstverwaltung verfügen. Jeweils sind in der Selbstverwaltung die Aufgaben bestimmt, die die jeweilige Untereinheit nach eigenen Regeln für sich entscheiden kann.
Diese Art der Selbstverwaltung kann auch auf Betriebe und Verwaltungen übertragen werden, wenn diese für Unterbereiche autonome Handlungskompetenzen definieren. Selbstverwaltung zeigt sich beispielsweise am Profit-Center-Prinzip für Zweigstellen eines überregional tätigen Unternehmens: Die Zweigstelle hat Selbstverwaltung, solange sie einen vorher definierten Profit erreicht oder überschreitet.
Selbstverwaltung wird aber auch weitergehender verstanden, wenn es um Mitbestimmung in Betrieben geht. In der Alternativszene wird der Begriff der Selbstverwaltung gerne genutzt, um zu zeigen, dass man von außenstehenden Einflüssen frei ist. So hat die linksalternative Berliner Tageszeitung taz eine Genossenschaft gegründet und ist damit wirtschaftlich unabhängig von Medienkonzernen und kurzfristen Umsatzeinbrüchen durch Aboverlust oder Anzeigen-Rückgang. Der Erfolg der Selbstverwaltung zeigt sich hier darin, dass diese Tageszeitung deutlich bessere Überlebenschancen nach verschärfter Konkurrenz durch das Internet hat.
Selbstverwaltung ist also einerseits ein Konzept von Delegation von Verantwortung; anderseits kann Selbstverwaltung so verstanden werden, dass Abhängigkeiten aufgelöst und den Betroffenen mehr Mitwirkungsmöglichkeiten gegeben werden.

Artikelinformationen