Strategien des Arbeitgebers gegen Mobbing am Arbeitsplatz 

Mobbing am Arbeitsplatz ist auch in den Zeiten einer kritischen Konjunkturentwicklung ein Thema für die Arbeitgeber, denn durch belastende Kommunikationssituationen am Arbeitsplatz entstehen nicht nur Stress für die Mitarbeiter - sondern auch hohe Kosten für den Arbeitgeber. Denn gemobbte Mitarbeiter sind zunächst in ihren Leistungen eingeschränkt und werden dann später oft krank.

Hohe Kosten durch Mobbing entstehen also zunächst durch mindere Arbeitsqualität und dann durch krankheitsbedingte Personalkosten. Insgesamt ist auch ein Klima des Mobbings schlecht für das betriebliche Leistungserbringen insgesamt.

Mobbing ist also kein modisches Thema, das immer mal wieder auf die Tagesordnung gesetzt wird. Es geht beim Mobbing am Arbeitsplatz darum, dass einzelne Mitarbeiter durch ihre Kollegen oder Vorgesetzten einer systematischen Angriffswelle über lange Zeit ausgesetzt sind. Das können Kommunikationsverweigerungen sein; das können aber auch massive Angriffe auf die seelische oder körperliche Unversehrtheit sein. Nachgewiesen ist das Phänomen schon lange. Neuere Studien des Instituts für Mark- und Sozialforschung und des TÜV-Süd schätzen, dass zwischen 3 und 4 Mio. Arbeitnehmer pro Jahr in Deutschland Mobbing-Angriffen ausgesetzt sind. Vorsichtige Schätzungen auch des statistischen Bundesamtes gehen davon aus, dass Mobbing am Arbeitsplatz im mehrstelligen Mrd. Euro Bereich pro Jahr Kosten für die Arbeitgeber verursachen.

Strategien des Arbeitgebers müssen sich zunächst mit den Ursachen von Mobbing auseinandersetzen. Hierfür werden oft persönliche Verhaltensdispositionen von Mobbing-Tätern und Mobbing-Opfern verantwortlich gemacht, eine Sicht, die verdeckt, dass oft strukturelle Probleme im Umfeld des Arbeitsplatzes viel wichtiger sein können. So führen intransparente Beförderungen und fehlende Kommunikationsmöglichkeiten oft zu Missgunst und Streit, die dann nach fehlender Bearbeitung zu Mobbing-Attacken sich aufschaukeln können. Mitarbeiter werden so eher zufällig Opfer im Mobbing-Geschehen, den Tätern ist oft nicht klar, dass sie extreme Verhaltensweisen an einem Kollegen vollziehen, wenn sie diesen über Monate aus dem Kommunikationsprozess ausschließen.

Für den Arbeitgeber ergeben sich aus seiner Fürsorgepflicht die Verpflichtung, Mobbing am Arbeitsplatz zu bekämpfen. Um hier den Betroffenen Handlungsmöglichkeiten zu eröffnen, muss er nicht gleich einen betrieblichen Mobbing-Beauftragten einrichten. Es ist oft sehr hilfreich, wenn das betriebliche Gesundheitsmanagement ausgebaut wird und hier Möglichkeiten für die Mitarbeiter geschaffen werden, ihre Probleme mit kompetenten Ansprechpartnern zu erörtern. Ebenfalls sehr wichtig ist die Offenheit der Kommunikationskultur, um Mitarbeiter Wege zu ihren Vorgesetzten zu eröffnen. Diesen hat der Arbeitgeber oder die Firmenleitung zu erläutern, dass sie mit einen Mobbing-Fall nicht leichtfertig umgehen, sondern umgehend im Kommunikationsprozess der Abteilung anzugehen haben. Hierzu sind dann Einzelgespräche zu führen und Schlichtungsverfahren zu eröffnen. Betriebliches Gesundheitsmanagement und Verbesserung der Kommunikationskultur sind die besten Strategien des Arbeitgebers gegen Mobbing am Arbeitsplatz.

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