Was ist eigentlich Stress und was kann man gegen beruflichen Stress unternehmen?

Stress ist ein Begriff, der häufig verwandt wird, wenn es um Anspannung und Belastung geht, nicht nur am Arbeitsplatz. Der Begriff wird in vielerlei Facetten verwandt, sodass es schwer wird, den beruflichen Stress, der normal ist, von krankheitsbedingten Stress am Arbeitsplatz zu unterscheiden.

Stress am Arbeitsplatz ist im strengen medizinischen Sinne jede schädliche körperliche und emotionale Reaktion, die dann auftritt, wenn es keine hinreichende Übereinstimmung zwischen Arbeitsanforderungen und den Fähigkeiten, Ressourcen und Bedürfnisse der Arbeitenden gibt.

Stress ist eigentlich ein normales psychologisches Phänomen, das früher für das Überleben unter widrigen Bedingungen viele evolutionäre Vorteile hatte. Menschen bewerten über ihre Sinnesorgane laufen ihre Umwelt. Wird diese als bedrohlich wahrgenommen wird, dann führt eine solche Wahrnehmung zu einer notwendigen und nützlichen physiologischen Reaktion des Körpers. Dieser wird in Alarmbereitschaft versetzt, um für den Kampf oder die Flucht vorbereitet zu sein. Die körperlichen Veränderungen sind wichtig fürs Überleben, können aber dann dysfunktional werden, wenn sie nur durch die Vielfältigkeit der Umwelt stimuliert wird. Wenn das Telefon klingelt und gleichzeitig ein Besucher hereinkommt und anderseits der Terminkalender voll ist, dann wird Stress erzeugt, obwohl überhaupt keine Bedrohung vorliegt. Diese Überforderung kann im Dauerbetrieb zur Erkrankung führen. Sehr häufig ab dem 50. Lebensjahr ist das "Burn-Out-Phänomen": Stress im beruflichen Umfeld hat zu einer so starken Überlastung geführt, dass der Arbeitende für Monate oder Jahre keine berufliche Tätigkeit mehr ausüben kann.

Allerdings gibt es auch das gegenteilige Phänomen: die Unterforderung durch die Arbeit: Bore-Out: http://www.dir-info.de/beruf-bildung/angestellt/das-bore-out-syndrom-unterfordert-im-job.html. Deshalb unterscheiden auch viele Arbeitsmediziner positiven vom negativen Stress. Ob der Arbeitende Stress als positiv oder negativ empfindet, ist sehr individuell und kann nicht allein von der beruflichen Situation her bestimmt werden. Manchen macht es viel Spaß, wenn sie durch schwierige Kundenanforderungen herausgefordert werden. Andere zucken schon zusammen, wenn während der Besprechung mit dem Kunden dessen Handy klingelt.

Maßnahmen gegen zu viel Stress oder gegen negativen Stress haben nicht nur mit Selbstdisziplin zu tun. Wichtig ist, dass der Arbeitende viele Gestaltungsmöglichkeiten über die Arbeitsabläufe hat. Wer sich durch interne Richtlinien oder einen sehr genau kontrollierenden Chef unfrei und reglementiert führt, empfindet jede Störung sofort als negativen Stress. Hat der Arbeitende hingegen ausreichend Freiräume, dann sollte er diese auch nutzen. Pausen (insbesondere bei Bildschirmarbeit) sollten als Pausen gestaltet werden: den Arbeitsplatz verlassen und einen Spaziergang machen, wäre hier eine Möglichkeit. Eine andere Regulierungsmöglichkeit ist die Vereinbarung von Gesprächsphasen für Kollegen-Kommunikation und Kunden-Besuche. Sehr häufige Unterbrechungen hemmen auch den Erfolg der Arbeitsabläufe, denn man muss seinen Denkapparat immer wieder neu "anfahren". Darüberhinaus ist auf ausreichend Schlaf, vielfältige Ernährung, "Work-Live-Balance" und regelmäßige Bewegung zu achten.

 

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