ANKOM: Anrechnung beruflicher Kompetenzen auf Hochschul-Studiengänge

Der "Bologna-Prozess" ist gegenwärtig stark in der politischen Diskussion, da viele Studenten die strikte Aufteilung in Bachelor- und Master-Abschlüsse ablehnen. Allerdings hat der Bologna-Prozess bei der Studien-Modernisierung auch einen Vorteil mit sich gebracht. Über die Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Wissenschaft wurde eine Initiative angeschoben, um berufliche und universitäre Ausbildung zu verknüpfen: ANKOM oder "Anrechnung beruflicher Kompetenzen auf Hochschulstudiengänge" soll die außerhalb der Hochschule erworbenen Kompetenzen stärker für die universitäre Ausbildung anrechenbar machen.

Durch Anrechnung beruflicher Qualifikationen soll eine Brücke zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung geschaffen und die Durchlässigkeit des Bildungssystems erhöht werden.

Zehn Entwicklungsprojekte wurden von unterschiedlichen Hochschulen gemeinsam mit IHK-Bildungszentrum als Pilotprojekte entwickelt. Hier wurden neue Verfahren zur Anrechnung zu entwickelt und erprobt und diese als äquivalente Lernleistungen für bestimmte Bachelor- und Masterstudiengängen bestimmt.

Handlungsgrundlage ist das europaweit geltende Leistungspunktesystem ECTS. Hier werden bestimmte Punktezahlen für bestimmte Qualifikation festgelegt. Damit kann dann der Student europaweit Studienleistungen akkumulieren.

Die Arbeit der Pilotprojekte wurde durch Experten aus Unternehmen, Arbeitnehmervertretungen und Beauftragten von Bildungsträgern ergänzt. Ergebnisse der Pilotprojekte findet man hier http://ankom.his.de/modellprojekte/index.php. Beispielhaft sei auf das Projekt zur Anrechnung berufliche Kompetenzen bei Logistikstudiengängen in der Ruhrgebietsregion verwiesen, wo man in einen konkreten Studienplan Inhalte der Ausbildung von Fachkaufmann für Einkauf und Logistik, Meister für Lagerwirtschaft und Verkehrsfachwirt übernommen hat. Dies bedeutet, dass Hochschulabsolventen in Duisburg, die gleichzeitig eine entsprechende Ausbildung absolvierten, Teile der Inhalte des Ausbildung fürs Studium nutzen konnten.

Auch wenn dies wohl eher selten ist, kann die Integration von Inhalten der beruflichen Bildung in die Uniausbildung wohl als Fortschritt im Bologna-Prozess gesehen werden.

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