Fernuniversitäten in Deutschland

 Fernuniversitäten sind seit mehr als dreißig Jahren fester Bestandteil der deutschen Bildungslandschaft. Als Lehr- und Lernorte, bei denen keine ständige Präsenz notwendig ist, haben sie sich mit ihrem Lehr- und Lernkonzept den sich verändernden Bedürfnissen der Studierenden angepasst. Die Möglichkeit berufsbegleitende Angebote wahrzunehmen, erfreut sich vor allem in den letzten Jahren großer Beliebtheit.

Generell gilt jedoch zwischen privaten und staatlichen Fernuniversitäten in Deutschland zu unterscheiden. Schließlich geht es hierbei neben der Lehrqualität und der Anerkennung der jeweiligen Abschlüsse auch um die Kosten eines Fernstudiums. Während die zahlreichen privaten Fernuniversitäten sich nämlich von den Studiengebühren der Studierenden finanzieren, erhalten staatliche Universitäten von den jeweiligen Bundesländern als entsprechende Träger der Hochschulen den größten finanziellen Beitrag - neben den durch die Studierenden geleisteten Beiträgen zur Deckung der Verwaltungskosten.

Dahin gehend lässt sich tatsächlich nur eine Fernuniversität nennen, die auch als staatliche Hochschule anerkannt ist und Bachelor-, Master- und Diplom-Grade verleiht, wie auch .das Promotions- und Habilitationsrecht besitzt: die Fernuniversität Hagen [http://www.fernuni-hagen.de/]. Hier können Studierende aus praktisch allen Studiengängen wählen und alle anerkannten Studientitel erwerben. Dennoch ist die Fernuniversität Hagen keine Volluniversität, da sie beispielsweise das Studienfach Medizin nicht anbietet, weil dieses sich ausschließlich für ein Präsenzstudium eignet. Weiterhin kann man an der Fernuniversität in Hagen auch Teilstudien im Sinne der beruflichen oder persönlichen Weiterqualifizierung betreiben.
Alle anderen Anbieter sind privater Natur und Trägerschaft und bedienen in diesem Sinne nur bestimmte Fachbereiche und entsprechende Abschlüsse (meist Bachelor- oder Masterstudiengänge) und/oder behaupten sich durch eine Vielzahl von Non-Degree-Angeboten (also Zertifikatsprogramme ohne wissenschaftlichen Abschluss) am Markt. Nicht selten werden Stiftungsprofessuren von der Wirtschaft zur Verfügung gestellt, wodurch den Fernuniversitäten wiederum ein größerer Forschungsspielraum und mehr finanzielle Mittel an die Hand gegeben werden.

Eine Ausnahme bildet das Zentrum für Fernstudien und Universitäre Weiterbildung (ZFUW) der Technischen Universität Kaiserlautern. Als wissenschaftlicher 'Ableger' der TU können sich hier Postgraduierte für berufsbegleitende Fernstudiengänge mit Masterabschluss in den Bereichen Erwachsenenbildung, Management von Gesundheits- und Sozialeinrichtungen oder auch für technische Studiengänge einschreiben [http://www.zfuw.de/].

Ähnlich dieser Idee bieten mittlerweile auch zahlreiche staatliche Volluniversitäten und Fachhochschulen zusätzlich zum eigentlichen Präsenzstudium vielfältige Fernstudiengänge an. Auch hier handelt es sich sowohl um Postgraduiertenprogramme, wie aber auch um Non-Degree-Angebote für Berufstätige.

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