Prüfungsangst erfolgreich bewältigen
Viele kennen das Lampenfieber vor einer Prüfung. Dies ist normal, denn man weis natürlich nicht genau, was auf einen zukommt. Und bei schwierigen Prüfungen wie Berufsabschluss oder Uni-Examen wird viel Stoff als Basis vorausgesetzt.
Allerdings spricht man erst dann von Prüfungsangst, wenn dieser normale Stress zu einer leistungsbeeinträchtigten Wirkung führt. Prüfungsangst ist bei diesem Verständnis eine Phobie wie "Flugangst" oder "Höhenangst", die Nichtbetroffene oft schlecht als Problem anerkennen können.
Prüfungsangst oder Prüfungsstress ergibt sich als Sorge vor dem bevorstehende Ereignis und einen diffusen Gefühl starken emotional-physischen Drucks. Solange aber eine normale Prüfungsangst sich lediglich durch gesteigerte Aufregung, schwitzige Hände oder merkliche Unruhe zeigt, entfaltet sie sogar eine fördernde Wirkung. Das ist dann wie bei Schauspielern, die durch das Lampenfieber besser auf die Situation vorbereitet werden. Schwerere Prüfungsangst hingegen kann zu einer Dauer-Nervosität, handlungslähmender Übelkeit und leistungsbeeinträchtigter Schlaflosigkeit führen. Sie lähmt damit die Konzentration und die Erinnerungsfähigkeit des Prüflings und macht den Lernprozess während der Prüfung unwirksam.
In sehr schweren Fällen sollte man psychologische Hilfestellung in Anspruch nehmen. Als Student kann man hierfür direkt Ansprechpartner an den Hochschulen finden; Schüler sprechen am besten mit ihren Hausarzt oder nutzen psychologische Beratungsstellen in ihrer Kommune. Letztere unterliegen auch der Schweigepflicht. Häufig werden dann auch kurze (10 bis 30 Stunden) "kognitive Verhaltens Therapien" über die Krankenkassen finanziert, die sich sehr oft auch allgemein gut auf die Lebenssteuerungskompetenz auswirken.
Aber es gibt auch Möglichkeiten für minderschwere Fälle selbst einige Ideen der kognitiven Verhaltenssteuerung umzusetzen. Hierbei sollte man zunächst darüber nachdenken, welche Hintergrundprozesse für die Prüfungsangst verantwortlich sein könnten. Dies können zum Beispiel überzogene Ansprüche von Eltern oder Partnern sein oder bisher unausgesprochene Ablehnungen gegenüber dem Ausbildungsziel.
Gut gewährt sind auch Techniken der Entspannung, wie regelmäßiger Sport und Meditationstechniken wie autogenes Training und Joga. Die Gefahr bei der Prüfungsangst ist ein gewisser Tunnelblick, wo alle Aufmerksamkeit nur auf die Prüfung ausgerichtet wird. Den zu durchbrechen, ist eine wichtige Maßnahme. Hierzu gibt es auch im studentischen Umfeld die Möglichkeit, Prüfungsgruppen zu nutzen, die sich nicht nur auf die Prüfungsvorbereitung fokussieren. Feten mit hohem Alkoholeinsatz sich dabei aber weniger zu empfehlen, als Prüfungsgruppen, die sportliche Freizeitgestaltung (Wandern, Radfahren) mit Prüfungsvorbereitung und Prüfungssimulation verbinden.
Prüfungsangst hängt oft auch mit Informationsdefiziten zusammen. Studenten können dem gezielt entgegenwirken, indem sie sich an ihren Fachschaftsrat wenden. Dieser hat viele formelle und informelle Möglichkeiten, Informationen über entsprechende Prüfungen (teilweise auch Hochschullehrer-spezifisch) zu geben. Schüler können sich an Ihre Lehrer wenden und immer wieder nach konkreten Hinweisen zum Ablauf der Prüfung fragen. Aber nicht gemäß dem Motto "Was wird gefragt/geprüft?" sondern eher nach der Devise "Wie könnte gefragt werden, was wurde beispielweise früher gefragt?".
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