Englischunterricht im Kindergarten und in der Grundschule 

Immer mehr Kindergärten bieten freiwilligen Englischunterricht an. An Grundschulen wird seit dem zweiten Halbjahr 2008 / 2009 Englisch bereits ab der ersten Klasse unterrichtet.

In anderen europäischen Ländern ist es schon länger üblich, so früh in einer weiteren Sprache unterrichtet zu werden. Der frühe Umgang mit einer Sprache soll die Kinder motivieren, sie sollen etwas Neues kennenlernen, Spaß an einer anderen Sprache entwickeln, fremde Sprachen als etwas Normales empfinden, Gemeinsamkeiten und Unterschiede erkennen. Im Kleinkinder- und Grundschulalter lernen die Kinder schneller, haben keine Sprachhemmung und weniger Angst davor, Fehler zu machen. Der erste Umgang mit der Sprache sollte aber zunächst hauptsächlich spielerisch sein. Dies wird in der Regel auch umgesetzt. So werden anhand von Liedern, Reimen, Rollen- und Bewegungsspielen, Sprüchen, mit Bildern, Malen und Basteln die ersten Wörter und Sätze gelernt. Die Kinder lernen das Alphabet, die Farben, Tiere, Körperteile, Zahlen, Lebensmittel etc. auf Englisch. Durch Nachsprechen und ständigem Wiederholen merken sich die Kinder die ersten Anweisungen und kurze Sätze. Können die Kinder schreiben und lesen, werden kleine englische Texte gelesen, aufgeschrieben oder abgeschrieben. Die vier Fertigkeiten Sprechen, Hören, (Ab-) Schreiben und Lesen stehen in dem Englischunterricht der Grundschule zunächst im Vordergrund.
Im Kindergarten ist die Teilnahme an dem Englischunterricht freiwillig und findet ein bis zweimal in der Woche statt. In Grundschulen sind meist zwei Schulstunden für den Fremdsprachenunterricht vorgesehen. Lehrer, die in der Grundschule Englisch unterrichten wollen und nicht Englisch studiert haben, müssen eine Lehrerlaubnis für Englisch vorweisen. Diese können sie durch eine berufsbegleitende Fortbildung erhalten.
Da nun jede Grundschule von der ersten Klasse an Englischunterricht erteilt, bieten auch die Schulbuchverlage zahlreiche Unterrichtsmaterialien für diese Altersstufen an. Allerdings gibt es noch kein durchgehendes Lehrbuch von der ersten bis zur vierten Klasse und die vorhandenen Materialien müssen noch mehr an den Lehrplan der weiterführenden Schulen angepasst werden. Auch arbeiten die einzelnen Bundesländer mit unterschiedlichen Konzepten, gemeinsame Bildungsstandards fehlen noch.

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