Lernpartnerschaften zwischen älteren und jüngeren Beschäftigten

Wer als Firma in den Zeiten der Krise erfolgreiche Veränderungen umsetzen will, der kann auch darüber nachdenken, wie im Unternehmen vorhandene Kompetenzen und das Know-how der älteren Mitarbeiter langfristig gesichert werden können. So kann schon vorhandenes Wissen mit einer Lernpartnerschaft zwischen jungen und alten Beschäftigten genutzt werden. Das fördert auch die strategische Entwicklung des Unternehmens - und sichert zugleich elementare Bedürfnisse der älteren und jüngeren Mitarbeiter.

Der Begriff der Lernpartnerschaft meinte bisher meist die Partnerschaften zwischen Schulen (bzw. Schülern) und Unternehmen. Man nutzte unterschiedliche Unterrichtsfächern und brachte betriebliche Praktiker in den schulischen Lernprozess über einen längeren Zeitraum ein. So wurden einerseits erfahrene Mitarbeiter aus Unternehmen an der Schule wirksam; andererseits besuchten die Schüler die Unternehmen; die Schüler und gelegentlich auch die Lehrer absolvieren im Betrieb Praktika und brachten diese neuen praktischen Erfahrungen in den Unterricht ein.

Gegenwärtig ist absehbar, dass in den nächsten Jahren viele Mitarbeiter den Ruhestandsstatus erreichen und aus den Unternehmen ausscheiden. Damit geht auch viel Wissen und viel Erfahrung verloren, wenn es nicht gelingt, hier Kommunikationsmöglichkeiten zu schaffen, damit die alten ihre Fähigkeiten an die jüngeren weitergeben können.

Eine Idee in diesem Zusammenhang sind institutionelle Lernpartnerschaften, für die innovative Unternehmen schon Pionierarbeit geleistet haben. Nun hat die "Initiative Neue Qualität der Arbeit" (INGA) eine Handlungsanweisung entwickelt, wie man solche Lernpartnerschaften angehen kann. Die INGA ist eine Gemeinschaftsinitiative aus dem Bund, einzelnen Ländern, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden, Sozialversicherungsträgern, Stiftungen und Unternehmen, die sich zum Ziel gemacht hat, "... die sozialen Interessen der Beschäftigten an gesunden und gesundheitsförderlichen Arbeitsbedingungen mit den wirtschaftlichen Interessen der Unternehmen zu verbinden."

Nachweisbar ist auch die große Bereitschaft der meisten Arbeitnehmer, sich für den eigenen persönlichen Lern- und Wissensfortschritt einzusetzen und hierfür auch die Interessenlage ihres Unternehmens zu berücksichtigen. Mit Lernpartnerschaften zwischen verschiedenen Beschäftigungsgenerationen können vorhandene Potentiale für Innovationen gewonnen werden. Hierbei ist es dann aber wichtig, neue und zeitgemäße Lernmöglichkeiten aufzubauen, die beiden Seiten der Lernpartnerschaft einen Nutzen bringen.

Nach dem Verständnis der INGA sollen die Lernpartnerschaften im Regelfall von zwei Beschäftigten gebildet werden, die für eine gewisse Zeit verbunden werden und Unterstützung und Zeit für die Gestaltung der Partnerschaft bekommen. Es ist aber auch denkbar, dass größere generationenübergreifende Lerngruppen gefördert werden. Die nachhaltigsten Lernerfolge bei
Lernpartnerschaften sind zu erwarten, wenn eine konkrete Praxisorientierung auf ein bestimmtes Projekt erfolgt. Während der Arbeitszeit wird zu vorgegeben Terminen hierzu ein gemeinsamer Lernort bestimmt. Je nach Zwecksetzung können aber Lernsituationen auch außerhalb des Betriebs genutzt werden. Dann werden die Mitarbeiter hierfür von der Arbeit freigestellt. Mit zur Lernpartnerschaft gehört auch die gute Dokumentation des Lernfortschritts und Lernerfolgs, damit ein Transfer für den Betrieb und die Beteiligten möglich wird.

Man findet die interessante Broschüre unter http://www.inqa.de/Inqa/Navigation/Themen/lebenslanges-lernen,did=250332.html. Hier wird im zweiten Teil an konkreten Beispielen aufgezeigt, wie Lernpartnerschaften im Betrieb möglich werden können.

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