Medienbildung als wichtige Zukunfts-Qualifikation: Studie des Bundesministeriums für Bildung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hatte bereits vor längerer Zeit eine breit aufgestellte Kommission berufen, die sich grundlegend mit dem Konzept der Medienbildung auseinanderzusetzen hatte.

Nun liegt das Ergebnis unter dem Slogan "Kompetenzen in einer digital geprägten Kultur" vor und kann von jeden Interessierten eingesehen werden: http://www.bmbf.de/pub/kompetenzen_in_digital_kultur.pdf.

Die Experten sind die Fragestellung nach der Medienbildung aus zwei Perspektiven angegangen. Angesicht der zunehmenden Bedeutung des Internets als komplexes Medium stellt sich sowohl für den Einzelnen wie für die Gesellschaft die Frage, welche Kompetenzen eigentlich die Nutzer für den kompetenten Umgang mit neuen Medien benötigen und welche Qualifikationen für Bildungs-und Ausbildungsprozesse entwickelt werden müssen.

Diese Fragestellungen werden in vier unterschiedlichen Handlungsfeldern untersucht und mit jeweils allgemein skizzierten Lernzielen untermauert:

So werden beispielsweise im Feld "Information und Wissen" vielfältige Ansprüche an Bildung und Weiterbildung formuliert, die zwar weniger spektakulär wirken, die aber bei Umsetzung in Bildungsprozesse erheblichen Handlungsbedarf für Bildungsanbieter und Ausbilder/Lehrer nach sich ziehen müssten. So fordert die Expertengruppe die Entwicklung von Kompetenz bei der unterschiedlichen Quellen-Nutzung digitaler Medien, damit diese jeweils " ... im Hinblick auf spezifische Kriterien (z.B. Wahrheitsgehalt, Glaubwürdigkeit, Urheberschaft, ethische Implikationen, Ästhetik, Interessengebundenheit, etc.) und den eigenen Verwendungskontext..." bewertbar werden. Praktiker der schulischen und betrieblichen Ausbildung sind meist schon sehr zufrieden, wenn sie einige dieser Aspekte im Rahmen von Bildungsmaßnahmen umsetzen können.

Weiter Handlungsfelder zur Medienbildung sind "Information und Wissen", "Kommunikation und Kooperation", "Identitätssuche und Orientierung" sowie "Digitale Wirklichkeiten und produktives Handeln". Der Bericht der Kommission endet mit einem Appell an politische und gesellschaftliche Handlungsträger: Sie seien dazu aufgerufen, die notwendigen Bedingungen dafür schaffen, dass Medienbildung auf allen Ebenen zur Standardqualifikation der Allgemeinbildung hinzukommen könnte.

Über die konkrete Umsetzung der Medienbildung finden sich keine weiteren Hinweise, wohl auch, weil Bildungspolitik im zentralen Kompetenzfeld der Bundesländer liegt. Diese sind nun aufgefordert in allen Bildungseinrichtungen Medienbildung zum Thema zu machen. Dabei ist wohl weniger an ein zusätzliches Fach zu denken, sondern eher an die Erweiterung der Entwicklung von Medienkompetenz in Fächern wie Deutsch und Politik/Sozialwissenschaften.

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